…and feel!

 

Float down the river like drifting wood
I’d swim to the shore if I only could
Or back to the beginning to start over again
Only for the sweetness of being myself
But still I remember what is real
I remember everything
And still it makes me want to
Feel and feel and feel and feel and feel

 

Über sechs Jahre ist es jetzt her, dass “Feel” in einem schäbigen kleinen WG-Zimmer in Heidelberg das Licht der Welt erblickte.

“Feel” stammt aus einer Zeit, zu der Botany Bay und alles darum herum noch vollkommen anders war als heute.

Und heute soll dieser Song gefeiert werden. Aus Gründen.

(zu den Gründen später mehr!)

In vielerlei Hinsicht ist “Feel”, ohne dass ich das jemals so geplant hatte, die Quintessenz aus Grounded. Es ist der Song, in dem all die grossen und kleinen Grounded-Themen zusammenfließen und einen Sinn ergeben, sowohl textlich als auch musikalisch.

Die auf Grounded immer wieder aufkeimenden World-Music-Elemente sind auf “Feel” ebenso zu hören wie die düsteren Wave-Anleihen, die in späteren Produktionen deutlicher werdenden Elektronik-Einflüsse und sogar eine gesunde – aber damals noch sehr seltene – Prise harte Gitarrenriffs. Und über alledem thront Lauras Stimme, die mit ihrem patentierten kühl/klassischen Vortrag die lyrische Aussage auf ihre ganz eigene Art und Weise unterstreicht.

Und überhaupt der Songtext – ich glaube, alles, was ich auf Grounded jemals ausdrücken wollte, kommt auf “Feel” in geballter Form zur Sprache.

Was sicherlich an den Umständen liegt, zu denen dieser Song entstand.

Ich war vollkommen pleite, neue Aufträge blieben schon seit beängstigenden Monaten aus, und während ich mir Gedanken machte, unter welcher Brücke ich wohl in nächster Zeit übernachten würde, durfte ich zuschauen, wie die Leute, denen ich mal durchs Informatikstudium geholfen hatte, in allen möglichen Firmen die Karriereleiter hinauf rannten, akademische Titel erwarben und/oder schwanger wurden und Familie, Häuschen und Gartenzwerg gründeten und mir schulterzuckend erzählten, dass sie leider nix für mich tun könnten aber mir viel Glück wünschten.

Und noch etwas anderes kam dazu.

Ich beschwere mich ja nun gerne und oft darüber, dass Botany Bay noch immer kriminell unterbewertet ist, aber im Prinzip haben wir inzwischen eine sehr treue und eingeschworene Fan-Gemeinde und ich bin sehr, sehr glücklich, dass es so ist.

Damals in Heidelberg war es allerdings wirklich und ohne Übertreibung die Hölle. Ganz ehrlich. So gut wie niemand konnte verstehen, was ich da zu tun versuchte, und alles was ich in meinem unmittelbaren Umfeld an Reaktionen bekam, war “Kannst Du das bitte leiser machen?” oder “interessiert mich nicht solang’s nicht im Radio gespielt oder auf Tauschbörsen gehandelt wird” oder “das ist ja schon wieder so traurig” oder “willst Du das nicht mal sein lassen und Dich um Dein Leben kümmern?” oder eine Kombination aus alledem.

Tja, und eines Tages saß ich schließlich da, machte mir meine eigene Situation bewusst, summte diese Melodie vor mich hin und schrieb auf einen Fetzen Papier die Zeilen

yet one more sad song, but I’ll make it loud

und

float down the river like drifting wood
I’d swim to the shore if I only could

Damit fing alles an. Und plötzlich gab es kein Zurück mehr.

Ich war wie besessen.

Erinnerungen daran, wie es einmal gewesen war, und wie es nie wieder sein würde… Erinnerungen daran, wie es sich anfühlt, Dinge wirklich zu erleben und zu fühlen, und wie es sich im Gegensatz dazu anfühlt, wenn man die ganze Zeit nur wartet, bis das Leben endlich wieder weiter geht… dieses überwältigende Gefühl, vollkommen am falschen Platz zu sein und zuzuschauen, wie alle um einen herum normal und angepasst werden… all das brachte ich innerhalb von kürzester Zeit zu Papier, es floss einfach so aus mir raus.

Ich schrieb den Text in Windeseile fertig, und fing sofort an, ein erstes, grobes Demo einzuspielen. Die vorwurfsvollen Blicke meiner Mitbewohnerin und das genervte  “Stephan, weisst Du, wie spät es ist?!” ignorierte ich zum ersten Mal mit voller Absicht und ohne Reue, und innerhalb von weniger als einer Stunde war die erste, grobe Version von “Feel” im Kasten.

Es sollte noch über ein Jahr dauern, bis die heute bekannte Version von “Feel” dann tatsächlich aufgenommen wurde, erst der instrumentale Teil in unserem idyllischen, neuen Studio auf dem Dilsberg nahe Heidelberg (mit inzwischen einem stattlichen Arsenal an Gastmusikern), und die Gesangsspuren schließlich mit Laura zusammen im Keller meiner damaligen Wohnung.

Zu jenem Zeitpunkt (irgendwann im Winter 2006/2007) war dank Laura aus meinem “Einzelkämpfer-mit-Gästen”-Projekt ein Duo geworden, in dem es sich mit vereinten Kräften wesentlich leichter kämpfen liess… und wir hatten angefangen, unsere Musik im Internet zu veröffentlichen, um schliesslich zu der Erkenntnis zu gelangen, dass es, fernab meiner weitgehend verständnislosen Kommilitonen und Mitbewohner, durchaus ein enthusiastisches Publikum dafür gab.

Weil aber die Fertigstellung des Albums noch dauern würde und wir in der Zwischenzeit Gefahr liefen, in Vergessenheit zu geraten (eine ähnliche Situation wie heute auch wieder… history repeating!), entschlossen wir uns zu einem bis dahin für uns vollkommen ungewohnten Schritt: Wir veröffentlichten den Song zusammen mit einem Video auf youtube.

Eben dieses Video (das für viele unserer Fans im Frühjahr 2007 die “Einstiegsdroge” gewesen sein dürfte) erreichte heute nacht auf youtube die (für ein Botany Bay Video) sehr stolze Anzahl von 10000 Klicks.

Womit wir bei dem Grund angekommen sind, warum “Feel” heute gefeiert wird.

Eines vorneweg: Ja, die ernüchternde Realität ist mir durchaus bewusst – jedes lustige Amateur-Katzenvideo bekommt auf youtube innerhalb von sechs Wochen mehr Klicks als “Feel” innerhalb von sechs Jahren.

Aber Botany Bay war noch nie eine Band, die es besonders leicht hatte. Und wenn man bedenkt, dass “Feel” zu einer Zeit entstand, wo ich mir so gut wie sicher war, dass der Song niemals von mehr als vielleicht zwanzig Menschen gehört werden würde, dann ist das eine ganz enorm beachtliche Leistung. Hätte damals jemand versucht, mir weiszumachen, dass mal über zehntausend Menschen das Video zum Song sehen würden, ich hätte denjenigen für komplett bescheuert erklärt.

Zurück zum Video.

Wir drehten also eines. Was sich schwierig gestaltete, denn ich war immer noch vollkommen pleite, und alles verfügbare Geld war in Musikinstrumente und Studioequipment geflossen.

Relativ schnell kam mir aber ein – wie ich heute immer noch finde – ziemlich cooler Einfall. Vor einiger Zeit schon war ich auf archive.org über Zeichentrickfilme von Ub Iwerks gestolpert (Ub Iwerks ist einer der ganz frühen und großen Meister des amerikanischen Cartoons, der jedermann als Erfinder von Mickey Mouse bekannt sein sollte, wenn die Welt auf irgend eine Art und Weise fair wäre), die schon lange gemeinfrei waren. Unter anderem gab es da eine sehr charmant gemachte Version vom standhaften Zinnsoldaten… und eben diesen Trickfilm nahm ich schliesslich als Grundlage für das Video zu “Feel”.

Ub Iwerks’ Film liess sich prima auf “Feel” zurecht schneiden, und erledigte dabei quasi nebenher das große Problem, dass uns zum Filmen der Band (also Laura und meiner Wenigkeit) nur geliehene Digitalkameras mit sehr bescheidenen Auflösungen zur Verfügung standen (man erinnere sich: Es war Ende 2006, und die wenigsten Digitalkameras konnten damals Filme mit mehr als 320×200 Pixeln aufnehmen). Geschickt über Ub Iwerks’ Meisterwerk geblendet fielen die Unzulänglichkeiten der Aufnahmetechnik kaum auf.

“Feel” wurde ein großer Erfolg. Natürlich ausschließlich in Botany-Bay-Maßstäben, – sprich, wir wurden von drei Internetradios entdeckt und gespielt, und auf garageband.com  (einer Plattform, wo die Teilnehmer gezwungen wurden, sich etwas anzuhören, was sie noch nicht kennen… unserer Meinung nach ein geniales Konzept, das es heute in dieser Form leider nicht mehr gibt) heimsten wir mehrere Awards für “best songwriting“, “best production“, “best female lead vocal“, “track of the day” und was weiss ich noch alles ein.

Und schnell wurden wir auch darauf hingewiesen, dass wir verdächtig nach Coldplay und/oder Mike Oldfield klingen.

Was daran liegen mag, dass die Leute eine zeitlang so gut wie alles mit melodischen Klavierläufen an Coldplay erinnerte, weil dies die einzige Referenz war, die sie für melodische Klavierläufe hatten. Aber genau diese Klavierläufe gab’s bei Botany Bay (und sehr vielen anderen Bands) schon lange, bevor Coldplay überhaupt existierten, insofern kann ich das nicht gelten lassen. Ähnlich verhält es sich mit MIke Oldfield, mit dem immer mal wieder gerne verglichen wird, sowie sich irgendwo eine Sängerin blicken lässt, die ein bisschen nach Maggie Reilly klingt und eine simple und hübsche Melodie über ein riesiges Arsenal an Instrumenten singt – so, wie es bei Botany Bay sehr oft der Fall war.

Nun ja. Von diesen unvermeidlichen Vergleichen einmal abgesehen war “Feel”, wie schon gesagt, ein großer Erfolg für uns. Als Laura und ich das Projekt zwei Jahre später schließlich und endlich auf die Bühne hievten, wurde “Feel” sehr schnell zu einem integralen und unverzichtbaren Bestandteil unseres Live-Repertoires; wenn irgendwo ein Klavier rumsteht ist es sehr wahrscheinlich, dass ich früher oder später “Feel” darauf spiele… und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass wir es auf zukünftigen Konzerten unter den Tisch fallen lassen werden.

Inzwischen sind über sechs Jahre vergangen, und so gut wie alles ist anders geworden.

Vieles, was mir zum Entstehungszeitpunkt von “Feel” katastrophal und auswegslos erschien, hat sich zum Guten gewendet. Botany Bay hat nicht nur eine sondern gleich mehrere Metamorphosen durchgemacht und sich mit etlichen Produktionen eine kleine aber feine und treue Fangemeinde erspielt.

Und ich persönlich? Bin noch lange nicht da angekommen, wo ich hin möchte… aber ich fühle mich auch schon lange nicht mehr wie das Stück Treibholz, das Laura auf “Feel” besingt… und dafür möchte ich mich bei allen bedanken, die uns seit sechs Jahren die Treue halten, die uns die vergangenen sechs Jahre über begeleitet haben, und die in den letzten sechs Jahren dazu gekommen sind.

Die Reise geht weiter, und sie ist spannender als je zuvor.

Und hier noch einmal das Video, mit dem die Reise für viele angefangen hat, damals im Frühjahr 2007… viel Spaß damit!

Neustart!!

Ein Jahr und einen Tag ist es jetzt her, dass auf dem offiziellen Botany Bay Bandblog (also: hier!) etwas gebloggt wurde.

Dann kam das Jahr 2011, und vieles entwickelte sich nicht hundertprozentig so, wie wir und/oder unsere Fans es erhofft hatten. Und schließlich machte Stephan das Blog komplett dicht, weil niemand mehr die Zeit hatte, sich darum zu kümmern… und weil es kaum gelesen wurde.

Aber eigentlich, so finden wir, ist das verdammt schade… und inzwischen (nach einem Jahr Erfahrungen mit einem Remix-Wettbewerb, einem nicht-CC-Minialbum und zwei neuen, kleinen CC-Releases auf Jamendo) sehen wir das Ganze auch ein bisschen mit anderen Augen.

We're alive!!!

Denn dieses Blog war immer wesentlich mehr als eine Ankündigungs- und Werbeplattform. Von den ersten Einträgen, anno 2004 (!!!), über die bescheidenen und schwierigen Heidelberger Anfänge von “Grounded” (das damals noch “Sweetness Of Being Yourself” hieß), über die allmähliche Integration von Laura und den vielen schönen Sessions die wir zusammen hatten, über die allmähliche Verwandlung eines ehemaligen Studioprojektes in einen Live-Act, über den Weggang von Laura bis hin zum Neubeginn mit Steffi und unseren zahlreichen spannenden neuen Abenteuern war eigentlich alles drin, womit man später einmal ein Botany-Bay-Geschichtsbuch füllen könnte.

Und auch wenn es ungewiss ist, ob ein solches Geschichtsbuch jemals ein größeres Publikum finden wird, so ist eines doch ganz enorm sicher: Die Geschichte geht weiter. 

Und egal ob es nun zehn, hundert, tausend oder zehntausend sind – wir möchten unsere Fans gerne wieder mehr daran teilhaben lassen und ihnen die Möglichkeit zum Feedback und Austausch mit uns geben.

Wir werden in den kommenden Wochen ein bisschen aufarbeiten, was im letzten Jahr alles Schönes, Spannendes, Interessantes und auch nicht so Schönes passiert ist… und wir wollen noch nicht zu viel versprechen, aber 2012 wird für Botany Bay ein ganz besonderes Jahr werden.

Es gibt so Einiges Neues im Hause Botany Bay… ihr dürft also alle gespannt sein :)

In diesem Sinne… bis bald!

 

Von offenen Wunden, hübschen Jungs und hübschen Mädchen…

Es war einmal vor über einem Jahr (genauer gesagt im März 2009), da war ein spontaner Auftritt im Low Budget in Köln der Startschuss für viele und ereignisreiche Live-Aktivitäten der damaligen Besetzung von Botany Bay.

Inzwischen ist es November 2010, vieles hat sich geändert, beinahe alles ist gut, und nachdem wir jetzt knapp ein Jahr damit verbracht haben, uns kennenzulernen, neues Material zu schreiben und das Projekt “neues Album” anzugehen, war es höchste Zeit, den nächsten Startschuss abzugeben und mal wieder ein bisschen Bühnenluft zu schnuppern.

Welch geeigneteren Ort gäbe es dafür, als die “Offene Wunde” im Low Budget? ;-)

Es wurde dann auch ein sehr netter Abend (und wie man weiter unten sehen wird, beherrschen auch wir die hohe Kunst der willenlosen Partyfotografie, nur frontal anblitzen, grellrote Augen und alles so entstellend und grell wie nur möglich abzubilden, das müssen wir noch üben). Natürlich waren wir viel zu früh da, dafür hatten wir aber dieses Mal einen Parkplatz direkt vor der Tür und mussten uns mit unserem Equipment dankenswerterweise nicht durch eine zum Bersten gefüllte Kneipe kämpfen (das kam erst später!)

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Dem Equipment war dann auch die Tatsache geschuldet, dass wir anfangen durften – denn es beanspruchte doch ein bisschen arg viel Platz auf der kleinen Bühne, und nach unserem Set konnten wir’s einfach zur Seite räumen.

Apropos Platz: Es war voll. Es war gerammelt voll. Abermalsorichtig. So voll wie in “keine Luft mehr und Temperaturen wie in der Sauna”. Aber das Publikum war richtig prima (zum Großteil, dazu später mehr).

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Leider nicht dabei war, das muss an dieser Stelle erwähnt werden, unser Bassist, Felix Klöckner… denn erstens war er leider verhindert, und zweitens hätte er unmöglich auch noch auf die Bühne gepasst. Aber Auftritte mit Felix wird’s garantiert nächstes Jahr geben.

Der Moderator, Christian Gottschalk, leitete den Abend auf charmante Art und Weise ein, ehe wir dann schließlich zwei Songs plus eine Zugabe spielten. Und zwar einen ganz neuen Track namens “Pretty Boy, Pretty Girl“, das unseren eifrigen Lesern/Hörern schon bekannte “A Better Way” und als Zugabe noch “Oh, Robbie!

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Bei “Pretty Boy, Pretty Girl” hatten wir schon ein bißchen Herzklopfen… immerhin ist der Song noch keine zwei Wochen alt, es war das erste Stück das wir spielten, und wir waren uns nicht sicher, ob es live richtig “funktionieren” würde. Wir hätten uns keine Sorgen machen brauchen, das Publikum mochte den Song sehr. “A Better Way” spielten wir mit Rhythmus vom backing track (was in Anbetracht des doch ein bißchen schwierigen Bühnensounds erstaunlich gut klappte), und bei “Oh, Robbie!” handelte es sich um eine erweiterte Version, inklusive Wolfgang-Gitarrensolo :-)

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Wir hätten gerne die ersten beiden Künstler nach uns auch noch mitgekriegt, aber wir schmorten nach dem Auftritt derart im eigenen Saft, dass wir erst mal an die frische Luft mussten. Dort erfuhren wir dann von einigen enttäuschten Zuschauern, dass es Probleme gegeben hatte, und zwar nicht nur mit dem viel zu leisen Sound:

Wenn man das Glück hatte, in der Nähe einer funktionierenden und korrekt ausgesteuerten Box zu sitzen, konnte man die Darbietungen durchaus genießen. Wenn man jedoch – wie eben jene enttäuschte Zuschauer – das Pech hatte, dass keine Box in der Nähe war und auf der Bank dahinter genau jene fünf Idioten saßen, die nichts besseres zu tun hatten als die ganze Zeit über so laut wie möglich abzulästern und Schwachsinn zu labern, dann war der Genuss mehr als nur ein bisschen getrübt.

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Nun ja, für uns war’s nicht schlimm, denn wir bekamen ein überwältigendes, positives Feedback und eine Menge neue Fans; und zumindest in der vorderen Hälfte des Raumes gab es keine Probleme. Aber für diejenigen die uns hören wollten, dafür weite Strecken fuhren und am falschen Platz mit den falschen Leuten saßen, tut es uns immer noch sehr leid. Daher an dieser Stelle nochmal: Entschuldigung. Hätten wir es gewusst, hätten wir selbstverständlich ohne mit der Wimper zu zucken unsere patentierten Moron-Island-Vernichtungsstrahlen eingesetzt…

Und noch mehr leid tut es uns für einen wirklich ziemlich genialen Standup-Comedian, dessen Auftritt wir ein bißchen später anschauten als wir wieder Luft getankt hatten, und der keinerlei Chance hatte, sich gegen die pöbelnden Vollpfosten auch nur ansatzweise durchzusetzen. Christian fühlte sich dann auch bemüßigt, bei seiner nächsten Ankündigung darauf hinzuweisen, dass es sich um eine offene Bühne handelt und nicht um eine dieser Dieter-Bohlen-macht-irgendwelche-armen-Schweine-fertig-Fernsehshows. Trotzdem sehr schade. Und falls das jemand der Angesprochenen mitliest: Das nächste Mal einfach auf die Bühne gehen und selbst was beisteuern, oder – noch besser – die Klappe halten. Ist ganz einfach.

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Von diesen Missklängen abgesehen war es für uns aber ein sehr genialer Abend. Wir haben viele nette Leute kennengelernt, und dass die neue Botany-Bay-Besetzung nach einem gelungenen Auftritt auch gelungen feiern kann, das haben wir glaub ich auch bewiesen.

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Bleibt uns nur noch herzlichen Dank zu sagen. Herzlichen Dank an ein tolles, interessiertes Publikum! Herzlichen Dank an Christian, den Veranstalter, herzlichen Dank an all die anderen anwesenden Künstler; und herzlichen Dank an Kerim für die selbstlose Hilfe beim Equipment-schleppen.

See you on some stage in North-Rhine-Westphalia, somewhere in 2011… :-)

Fotos sind übrigens von Katja Kleinert und von Kerim Bas.

Wie es klingt…

…wenn Stephan eine Melodie ausgräbt, die er vor 15 Jahren einmal geträumt hat, und Steffi dazu einen Text singt, den sie vor 15 Jahren geschrieben hat…

…das, und vieles mehr, erfahren Sie demnächst auf diesen Frequenzen :)

Bis dahin ein paar Bilder, welche die Stimmung unserer Dornum-Sessions ziemlich gut wiedergeben. Man könnte die ganze Angelegenheit mit “es war genial” und “es hätte ruhig viel länger gehen können” zusammenfassen… ;-)

Nach Video verreist…

Ein typischer Tag im Studio sieht bei Botany Bay folgendermaßen aus:

Man trifft sich ganz entspannt so gegen halb zehn Uhr vormittags zum Frühstück; frühstückt erstmal eine knappe Stunde lang, redet, tauscht Neuigkeiten und Gedanken aus; manchmal drehen sich diese Gespräche um die vorigen Tage und die Aufnahmen die wir da gemacht haben, und wie man sie verbessern könnte; manchmal um weltpolitisches, und oft einfach um uns und was uns bewegt. Im Sommer sitzen wir meist draußen auf der Veranda, über die unser abgeschiedenes und wildromantisches Studio praktischerweise verfügt; im Winter muss eher der Wintergarten dazu herhalten.

Zwischen zehn und halb elf treffen die Gastmusiker und der Tontechniker ein, wir begrüssen uns kurz, es gibt eine kleine Besprechung darüber, was wir vorhaben, ehe wir schießlich in den Aufnahmeraum gehen. Meistens haben wir noch Ärger mit der Hammond-Orgel und Wolfgangs zig Gitarren die alle unterschiedlich gestimmt sind, und dem Band-Hund der mal wieder unerlaubterweise den Garten umgräbt, aber wenn diese Probleme gelöst sind, dann…

…äh, halt, stopp, irgendwas läuft hier gerade extrem falsch…

…??!?…

Unter anderem aus Tierschutzgründen mussten Experimente mit dem Raum-Zeit-Kontinuum leider eingestellt werden.

Weia.

Das war natürlich der Bericht aus dem Paralleluniversum, wo zu irgendeinem richtigen Zeitpunkt der richtige Mensch unsere Musik gehört hat und wir deshalb sowohl ein Begriff als auch in der Lage sind, unseren Lebensunterhalt mit Botany Bay zu bestreiten.

In *diesem* Universum ist das natürlich mitnichten der Fall und es sieht momentan vielmehr folgendermaßen aus:

Morgens um dreiviertel Acht wird aufgestanden, dann geht es zur Arbeit, dann wird gearbeitet.

Viel Zeit für kreative Gedanken ist da nicht. Vielleicht denkt man in der Mittagspause mal kurz an Musik, meistens aber eher nicht. Eventuell erzählt man in einer Raucherpause einem Kollegen, dass man letzte Woche einen neuen Song angefangen hat von dem man recht begeistert ist, und erntet dann in 80% der Fälle einen Blick, der in ungefähr sowas wie auweia, der schon wieder mit seiner komischen ‘Musik’ besagt.

Anyway. Abends macht dann einer von uns garantiert Überstunden. Wenn es nicht der eine ist, dann isses die andere. Und wenn die’s nicht ist, dann isses halt der eine. Sprich, wir sehen uns frühestens um halb acht.

Dann allerdings machen wir noch lange keine Musik, denn wir müssen erstmal runterkommen. Je nachdem, welches Ausmaß an Wahnsinn unsere respektiven Arbeitstage gerade zu bieten hatten, brauchen wir dazu bis zu anderthalb Stunden Zeit, und dazu eine Menge Zigaretten und Bier. Manchmal hilft auch keine noch so große Menge von beidem, aber das ist glücklicherweise eher selten.

Wenn wir dann gegen neun bis zehn Uhr endlich so weit sind, an unseren Instrumenten zu sitzen und vor uns hinzuwerkeln, dann kommen in letzter Zeit immer häufiger abwechselnd monotone und brachiale Songs dabei heraus, die sich damit beschäftigen, dass entweder a) der Tag wenigstens zwei Stunden länger sein dürfte, dass b) dieser Tag ganz schön scheiße stressig war, dass c) alle um einen rum zu Maschinen und Spießern mutieren, d) wie schön es doch wäre, in obigem Paralleluniversum zu leben… oder e) wie ausserordentlich bescheiden sich das anfühlt, wenn man feststellt, dass der Schützenverein Germania Prittlbach e.V. total relevant ist, Botany Bay jedoch nicht.

Bis zu einem Punkt wo wir sagen müssen: Das wollen wir niemand antun.

Wie schaut also die Lösung aus?

Leider muss ich mitteilen, dass all meine Bemühungen, einen Apperat zu konstruieren, mit dem wir dieses gottverdammte Universum verlassen und das oben erwähnte Paralleluniversum betreten können, fehlgeschlagen sind. Nachdem es dabei kürzlich beinahe tragische Unfälle mit der Gravitationskonstante des Universums (und als Nebenprodukt davon: angesengte Hundehaare) gegeben hätte, habe ich beschlossen, zumindest in dieser Richtung nicht weiterzudenken.

Die Alternative ist: Einfach mal ein paar Tage ans Meer fahren, abschalten, kreativ sein, und neue Songs schreiben.

Und genau das ist es, was wir die nächsten paar Tage tun werden. Natürlich werden wir auch Fotos machen und vielleicht den ein oder anderen kleinen Film.

Wir sind schon sehr gespannt wie das wird, und wir werden euch davon berichten, wenn wir wieder da sind!

Nach Video verreist,
Botany Bay

PS: Wir twittern natürlich immer mal wieder… ;-)

Don’t need another loser…

Im Mai dieses Jahres veröffentlichten wir “Oh, Robbie!” als B-Seite unserer ersten neubesetzten Single, “How Much Can You Take?”

Leider haben es B-Seiten so an sich, dass sie nur allzu schnell übersehen werden. Und weil uns diese Klavierballade – in der es gar nicht so sehr um Robbie Williams als viel mehr um das Verknalltsein in den schönen Schein geht – noch immer außerordentlich gut gefällt, haben wir uns letzten Monat kurzerhand dazu entschlossen, ein kleines Video zu drehen.

Das Ergebnis gibt’s demnächst hoffentlich hier zu sehen (ein paar Kleinigkeiten fehlen noch)… und bis es soweit ist, haben wir hier schonmal ein kleines Teaser-Plakat:

Weitere Neuigkeiten demnächst hier… :)

Newsflash!!

Ja, ok, ich geb’s zu… die Arbeit lässt mir gerade nicht wirklich Zeit zum Bloggen.

Was ein bißchen unglücklich ist, denn letzte Woche haben sich gleich ein paar Dinge im Botany-Bay-Universum ereignet, die durchaus eine Erwähnung wert sind. Daher hier eine Übersicht über die Geschehnisse:

  • Trippin’ the rift, eine Webseite, die sich – der Name lässt es vermuten – mit Trip Hop beschäftigt, hat ein schönes Interview mit mir geführt. Es geht um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Botany Bay, sowie um Freie Musik und Trip Hop im Allgemeinen. Nix wie hin und lesen!!


  • Die Reaktion zu “A Better Way” war überwältigend: 1000 Klicks in knapp einer Woche ist wirklich sehr ordentlich. Wir möchten unseren Fans hiermit nochmal herzlich Dankeschön dafür sagen! Das Video kann man sich natürlich weiterhin auf youtube anschauen, und der Song, “A Better Way”, ist übrigens unser Beitrag zum Free! Music! Contest! … wir sind sehr gespannt, was daraus wird! :)
  • Passend zum Wetter hat das Skeksis Netlabel Project eine neue Compilation veröffentlicht, nämlich “Spirits Of Summer II”. Wir sind mit einem bislang unveröffentlichten, neuen Song mit dem Titel “You Know” mit dabei.
    Ein Tip: Wenn genug Leute den Sampler hören, dann hört das momentane Schietwetter ganz bestimmt auf und der Sommer kehrt zurück. Also los!