Heidelberg – Berlin

Tjaaa… Laura und ich schicken munter mp3s in der Gegend herum — im Moment grösstenteils Laura an mich; und ich mecker‘ dann die ganze Zeit daran rum, bis sie irgendwann die Nerven verliert… ;-) Aber im Ernst: Sie macht den Job grossartig und fügt Botany Bay so nebenbei ganz neue Dimensionen hinzu.

Es ist schon faszinierend, wozu man per Computer und Internet inzwischen in der Lage ist. Das geht schon beim Entstehen der Songs los. Alle Ubik Paint – Alben und auch die erste und bislang einzige Botany Bay – CD wurden im Studio von der Grundidee bis zum fertigen Song entwickelt (bei Ubik Paint war dies meistens ein einziger, grosser Schritt ;-)), analog auf einer 8-Spur-Bandmaschine aufgenommen und erst ganz am Ende wurden die Sachen gemastert und auf den Computer überspielt (wenn wir glücklich genug waren, die Bänder in unserem heillosen Chaos wiederzufinden). Diese Vorgehensweise mutet heutzutage beinahe schon archaisch an, aber sie hatte durchaus Charme.

Heute sitze ich zuhause und komponiere, bewaffnet mit einem Powerbook, einem Keyboard und Recording-Software, meine Songs. Wenn die Songs weit genug entwickelt sind, dann geht’s damit auf den Dilsberg und das Zeug wird „richtig“ aufgenommen, aber trotzdem immer noch mit dem Computer. Auf Band landet gar nix mehr.

Die Notwendigkeit, Sampler, Soundmodule und Synthesizer zu verwenden, besteht mit dem Computer nicht mehr… wollte ich damals in Karlsruhe einen einigermassen vernünftigen Klaviersound haben, nahm ich ein Kurzweil Micro Piano… heutzutage klingt der Software-basierte Sampler um Meilen besser und braucht nicht verkabelt zu werden… ähnlich, wenn nicht noch viel krasser, ergeht es auch der guten alten Hammond-C3-Orgel, die bei meinen Eltern untergestellt ist. Das Ding wiegt zusammen mit dem Leslie-Tonkabinett beinahe eine Tonne, ist wurmstichig und klingt, zugegebenermassen, einfach nur geil, insbesondere wenn Stolle gerade mal wieder Bier reingeschüttet hat. Aber die B4 (bei der es sich um eine softwaremässig per physical modelling simulierte Hammond-Orgel handelt) hat -bis auf die Sache mit dem Bier – haargenau die gleichen Macken und Eigenarten, die den Sound so unwiderstehlich machen, und sie nimmt noch nicht mal 100 Megabyte Speicher auf meiner Festplatte ein.

Und spätestens an diesem Punkt frage ich mich meistens, ob ich das alles in meinem Innersten eigentlich wirklich gut finde. Und die Antwort ist: Ja, ich finde es gut. Aber ich empfinde es nicht als Verbesserung. Es ist etwas anderes, was ich jetzt mache… und nichts, das ich in Zukunft immer so machen möchte. Ich vermisse die alten Instrumente, die Zeiten, in denen man etwas auf Band aufgenommen hatte und dann war es entweder gut oder eben nicht. Ich vermisse die Tritte, die man der Hammond-Orgel geben musste, damit sie endlich wieder läuft. Aber „Sweetness Of Being Yourself“ wird mehr oder weniger ein Album über das Vermissen sein… und insofern ist es genau die richtige Ausrüstung, die ich verwende.

Und jetzt auch noch die Berlin-Heidelberg-Connection… Ich fand die Vorstellung, den Aufnahmeprozess nicht vollständig unter meiner Kontrolle zu haben, immer ein bisschen beängstigend. Ebenso die Vorstellung, mit meinen Mitmusikern nicht im gleichen Raum zu sein. Ubik Paint wäre auf diese Art und Weise vollkommen unmöglich gewesen. Und trotzdem… es ist interessant, es macht ziemlichen Spass, und ich bin von alledem gerade sehr begeistert. Obwohl ich wie ein Wahnsinniger vermisse. Das ist die Sache mit dem Vermissen… dass es nicht automatisch heisst, nicht vorwärtszukommen. Vielleicht heisst es auch, irgendwann dorthin zu kommen, wo man nicht mehr vermissen muss. Das ist eine schöne Vorstellung.

Nun ja, ein erstes Ergebnis der Berlin-Heidelberg-Connection, ein schönes kleines Liedchen mit dem Titel „Love Is“, wird in der nächsten Botany Bay – Single auf garageband.com zu bestaunen sein, wenn’s dann mal fertig ist.
Und wer ein bisschen mehr über Laura erfahren will, der kann mal auf den Bollywoodberlin-Link in meiner aktualisierten Linkliste (rechts) klicken und sich darüber informieren, wie Laura & Companie gerade dabei sind, einen Film zu drehen.

Gute Nacht allerseits

Eine Antwort auf „Heidelberg – Berlin“

  1. Keine Sorge, so schnell verliere ich nicht die Nerven!!
    Danke für die Werbung :-) Da gibt’s jetzt aber erstmal einen kleinen Drehstop, sind doch ein bisschen frustriert von der Qualität der ersten Aufnahmen:Kameraschwenk müsste eher „Kameraruckel“ heißen…
    Nächste Love is und breathless-Fassung eventuell Sonntag!
    Gruß, Laura

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