Time keeps moving on…

Eingekeilt zwischen Umzugskartons und verstaubten Erinnerungen bleibt mir gerade die Zeit, mal das Psychogebabbel ein wenig nach unten zu rücken und ein paar Updates zu unserem Projekt loszuwerden.

Ganz zum Schluss haben wir noch drei absolute first-times zu vermelden.

Als erstes wäre da unser letzter Gastmusiker-Neuzugang Jeff Roberts zu nennen, mit dem ich vorgestern die definitive Version von „Little Princess“ aufgenommen habe. Das Stück hat jetzt mit dem Demo vor drei Jahren so gut wie überhaupt nix mehr zu tun und klingt verdächtig nach Botany Bay goes Velvet Underground ;-) Jeff ist ein sehr cooler Musiker, ein furchtbar netter Mensch und es ist richtig schade, dass ich ihn erst ganz zum Schluss meiner Heidelberg-Zeit kennengelernt habe.

Zweite Neuerung: Vor einer Woche schon haben Laura und ich unser erstes Lied mit französischem Text aufgenommen, und dabei auch gleich den allerersten echten „(Kleinert/Dietrich)“ auf dieser Platte produziert. „Tu m’as dit“ ist ein sehr schönes kleines Liedchen geworden, klingt wie Frankopop der 80er Jahre (bis auf die Brachialgitarren in der Mitte) und somit genau richtig :-)

Und zu guter letzt haben wir jetzt einen Kinderchor für „Two Little Kittens Can’t Help It“…! Laura hat in Aachen eine Grunschulklasse für Botany Bay zwangsverpflichtet und die armen Kinder zwei Tage lang mit TLK gequält. Sehr cool, vor allem weil ich so was schon immer mal haben wollte.

Nun ja, damit ist das Album mehr oder weniger fertig, zumindest was die aufgenommenen Songs betrifft. Natürlich muss jetzt trotzdem noch einiges geschehen, ehe die Premierenparty steigen kann:

  • An einigem Songs müssen wir noch beim Gesang und den Backing Vocals etwas feilen; Interludes müssen noch angeglichen werden damit’s auch wirklich passt
  • Das Ganze muss richtig cool ab- und ineinandergemischt werden
  • Wir brauchen ein CD-Cover und -booklet, und da hab ich auch schon relativ weitschweifende Ideen..

Naja. Trotzdem, so gut wie fertig. Und das alles noch in Heidelberg.

Was mich zur anderen Neuerung bringt, nämlich dass ich aus Heidelberg wegziehen werde. Mein engerer Bekanntenkreis weiss die Details eh schon, für alle anderen die das hier noch lesen jetzt die nicht mehr so neuen Neuigkeiten nochmal.

[ resolve ]

Obwohl ich nach meinem Abschluss lange und breit versucht habe, in Heidelberg oder Nähe Karlsruhe vernünftige, längerfristige Arbeit zu finden und eigentlich dachte, das kann mit meinen wirklich guten Qualifikationen nicht allzu schwer sein, wurde daraus leider nichts.

Die Rettung kam aus Bonn von einem Unternehmen, dessen Anforderungen so derart haargenau auf mein Profil passten, dass ich echt verdammt blöd gewesen wäre, wenn ich dazu nicht ja gesagt hätte.

Naja, das heisst halt auch, dass ich jetzt nach anderthalb Monaten Home-Office nach Bonn hochziehen werde.

Ein bisschen mulmig (nee, arg mulmig) ist mir bei der Sache schon. Neue Stadt, keinerlei Freunde dort, keine Ahnung wie das alles werden soll… aber in HD bleiben und mich mit Gnadenjobs über Wasser halten während ich zuschaue, wie die Leute denen ich durch Informatik geholfen habe das grosse Geld machen, das wär im Zweifelsfall auch nichts für mich gewesen.

Jetzt also Bonn.

Irgendwie hing ich immer der romantischen Vorstellung nach, ich würde vielleicht irgendwann einmal wieder zurückkehren in die Gegend, die ich so sehr vermisse… die Leute wieder treffen, die ich so sehr vermisse… und diesmal alles richtig machen, jede Entscheidung gut zu überdenken und die Fäden wieder da aufzunehmen wo alles schiefging… selbst wenn es diese Gegend so nicht mehr gibt, selbst wenn diese Leute nun entweder über die ganze Welt verstreut sind oder aber genug Psychotherapie hatten, um ebenfalls als nicht mehr vorhanden zu gelten.

detached 2

Es gibt keinen Hinterhof mehr. Paul, der schwarze Kater, der morgens an die Scheibe getrommelt hat um mich zu wecken und mir zu sagen dass ich Frühstück besorgen soll, ist schon lange tot, ebenso wie die fünf anderen Katzen und die Glühwürmchen im Garten. Und die Leute, in denen dieser Satz das selbe auslösen würde wie in mir jetzt, die werden ihn nicht lesen.

Den Weg zurück gibt es nur noch in meinem Kopf. Und auf diesem Album, das demnächst erscheinen wird.

Nun ja, alles was ich mir im Moment wünsche ist, dass der Umzug nach Bonn nicht so fatal für mich sein wird, wie es der von Karlsruhe nach Heidelberg war. Und dass alles gut wird.

[ depart ]

5 Antworten auf „Time keeps moving on…“

  1. Hey,
    ich hoffe du hast schon einiges ausgepackt- vor allem dein Mischpult!
    Und es ist übrigens keine Grundschulklasse sondern meine gymnasialen 5.Klässler, die sich wie Grundschüler anhören ;-)
    Alles Gute erstmal, rufe bald an!

  2. Tach auch!

    Ja, es hat sich also doch ausgezahlt, dass Frau Stephan Kleinert eine gute Zensur in Französisch eingefahren hat, nä? :D

    Alles Gute für Bonn und so, und sei doch wieder mal online!

    Gx, R.

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