Denk ich an Deutschland in der Nacht…

Ich hätte ja gute Lust, als nächstes Botany-Bay-Projekt ein Konzeptalbum über den Untergang Deutschlands zu machen… nee, nicht wirklich, aber trotzdem:

Nehmen wir mal an, es gibt irgendwo auf dieser Welt ein Land, und in diesem Land lebte einmal ein einflussreicher Politiker. Die Partei dieses Politikers fuhr das Land bis kurz vor den wirtschaftlichen Abgrund und wurde dann – immerhin in einem demokratischen Prozess – endlich abgewählt.
Im Nachhinein kamen eine Menge unschöne Dinge über diese Partei ans Tageslicht, und so wurde auch die Verstrickung eben jenes erwähnten Politikers in eine der zahlreichen Parteispendenaffären aufgedeckt… unser Held hatte illegale Parteispenden von einem dubiosen und per Haftbefehl gesuchten Waffenhändler angenommen. Im Rahmen der Ermittlungen log der Politiker die Öffentlichkeit und den Untersuchungsausschuss ungeniert an und kam damit davon, unter anderem, weil eine weniger wichtige Kollegin für ihn geopfert wurde, die angeblich an allem schuld war.

Inzwischen sind acht Jahre vergangen, und der erwähnte Politiker ist erstaunlicherweise wieder an der Macht. Zwar nicht vollständig, aber wieder in einer immens einflussreichen Position. Und nicht nur das, er ist drauf und dran, die Verfassung seines Landes zum Zweck der „Terrorbekämpfung“ gerade so zu ändern, wie es ihm in den Kram passt… die Überwachung auszuweiten, die „rechtliche Frage“ beim präventiven Töten von Verdächtigen zu klären, das staatliche Ausspionieren von privater Kommunikation per Computervirus zu legalisieren, undsoweiter undsofort.

Wenn man das so hört, dann muss man sich eigentlich denken: „Ja ja, die haben echt Probleme da unten… aber irgendwann gibt’s bei denen auch mal ne saftige Revolution und alles wird wieder gut“

Nur dummerweise handelt es sich beim beschriebenen Staat nicht um Weißrussland und auch nicht um irgendeine Bananenrepublik in Südamerika, sondern um die gute alte Bundesrepublik Deutschland.

Was Schäuble sich erdreistet, an krankhaften Ideen in die Öffentlichkeit auszuscheiden, ist einfach nur widerwärtig. Warum darf dieser Mensch auch nur den Vorschlag machen, das Grundgesetz zu ändern, und warum darf ich es nicht? Muss ich erst eine Bank ausrauben oder jemanden umbringen oder vor dem Bundesgerichtshof eine gesalzene Falschaussage machen, damit ich mich zu dem Kreis jener erlauchten Verbrecher zählen darf, die an den eh schon äußerst wackeligen Stützen unserer Verfassung sägen dürfen?

Ich versuche ja apolitisch zu sein, allein aus dem Grund weil man gar nicht so viel fressen kann wie man kotzen möchte, wenn man sich mit alledem ein bisschen näher beschäftigt. Aber Schäuble ist echt zu arg.

Sorry, das alles hat natürlich mal wieder überhaupt nichts mit dem neuen Album zu tun. Aber dazu gibt es nicht allzuviel zu berichten. Der Mix ist fertig, und ich warte auf die Cover-Illustrationen. Hm, vielleicht hätte ich meinen Fotografen nicht sagen sollen, dass sie sich ruhig Zeit lassen können…
Die Premiere ist weiterhin geplant, und zwar für Ende August, Anfang September… ein genaueres Datum kann ich leider noch immer nicht nennen, dazu muss Laura erstmal aus dem Urlaub zurück sein und wir müssen uns mal damit auseinandersetzen, wie wir das am besten auf die Beine stellen…
Aber da ich mit einem fertigen Album nicht einfach aufhören kann, Musik zu machen, werden ganz sicher in den nächsten Wochen noch ein paar neue Sachen das Licht der Welt erblicken… insofern, stay tuned…

4 Antworten auf „Denk ich an Deutschland in der Nacht…“

  1. Die polititkfaule Anna kann zwar zu Schäuble nicht superviel sagen, außder, dass ich beim überfliegen der Nachrichten mich wunderte, dass über den Anit-Terror-Plänen ein Bild von Schäuble war und ich mir nur dachte: Hey das ist doch gar nicht Bush!

    Wie auch immer, was ich eigentlich sagen wollte: Hey! Ich bin Ende August/Anfang Sebtember doch daaaaaaa!!!! :-)))) Ich fahre erst am 5.9. weg. Also kann ich eure fulminante show doch sehen. Aber wir sehen uns eh vorher noch.

    Ganz liebe Grüße.

  2. Hmja, dann solltest Du das ein bisschen nachholen, gerade als angehende Lehrerin.

    Denn das versetzt Dich dann später mal in die Lage, Deinen Schülern sagen zu können:

    „…und das war der Mann, der all das Leid zu verantworten hatte, ehe die Novemberrevolution 2014 diesem Wahnsinn ein Ende machte… eine Frage, wessen Eltern wurden unter Schäuble auf Verdacht interniert…? Oh… ihr könnt euch ruhig melden, ist nichts schlimmes dabei… das ging damals ganz vielen Leuten so, auch vielen von meinen Freunden. Na also, geht doch… eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs… allein aus dieser Klasse sechs… Ist vielleicht auch jemand dabei, bei dem ein Elternteil auf Verdacht getötet wurde…?“

  3. Nun zum Glück habe ich Freunde die mich immer wieder auf das Westentliche im Leben hinweisen: WIR gestalten UNSER Land und sind auch für unsere Politiker verantwortlich. Da werde ich mich wohl doch mal genauer mit Schäuble beschäftigen müssen.

  4. „Ich bin bislang davon ausgegangen, dass es Aufgabe des Innenministers ist, den Rechtsstaat zu schützen. Jetzt könnte man zur Auffassung kommen, man müsse den Rechtsstaat vor dem Innenminister schützen.“

    (Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), zu Plänen von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zur Terrorabwehr.)

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