Grounded-Besprechung auf Lie In The Sound

DifferentStars hat ein schönes Review zu Grounded geschrieben*, welches man hier lesen kann. Auch wenn ich die 80er jetzt gar nicht sooooo sehr zu meinen Einflüssen zähle, lässt sich anscheinend nur schwer verbergen, in welcher Zeit man aufgewachsen ist ;-))

Laura und ich sagen vielen Dank :))

*womit die Gesamtanzahl der Grounded-Besprechungen auf zwei Stück angewachsen ist, wenn man mal die Jamendo-User-Reviews außen vor lässt. Whoa.

Wie geht es weiter…?

Vorbemerkung: Wer meine – so finde ich – verständliche Sorge um das Wohl und den Erfolg eines mir sehr am Herzen liegenden Projektes als „Heulerei“ abtun will, der braucht nicht weiterlesen. Niemand wird gezwungen.

Zunächst einmal unseren allerherzlichsten Dank an alle, die auf hobnox eifrig für uns stimmen… leider muß ich trotzdem zugeben, daß ich nicht glaube, daß wir Platz 1 erreichen können.

Es liegt mir fern, die Mitbewerber zu kritisieren oder meine mal wieder pessimistische Weltsicht hier zu verbreiten… aber wenn man sich diesen Wettbewerb mal genau anschaut, dann muß man leider schnell erkennen, dass es – wie in so vielen Online-Votings – auch im evolution2-Wettbewerb nicht immer um das Projekt und seine künstlerische/musikalische Qualität an sich geht, sondern eher darum, wer viel Zeit hat, die besten sozialen Skills zeigt, die meisten Votes für andere verteilt und sich auch ansonsten auffällig und flächendeckend beliebt macht…

…und dies ist leider eine Sache, in der ich noch nie besonders gut war. Wäre das anders, so wäre „Grounded“ nicht das unbekannte und unterbewertete Ding, das es trotz aller Mühe leider ist.

Was uns zum eigentlichen Thema dieses Postings bringt: Laura und ich arbeiten ja nun gerade an einem Nachfolger zu „Grounded“, und wir kommen auch – wenn man alle widrigen Umstände berücksichtigt – ganz gut voran und sind mehr als zufrieden mit unserem neuen Material und wie sich das Projekt so entwickelt… es ist etwas ganz anderes als „Grounded“, da wir jetzt viel mehr tatsächlich zu zweit machen, da die Elemente nicht mehr so voneinander getrennt sind, und das hört man der Musik auch an… ich schätze mal, nächstes Frühjahr / nächsten Sommer könnte es so weit sein.

Für uns stellt sich jetzt nur die Frage, wie wir mit dem Kind umgehen sollen, wenn es dann mal auf der Welt ist.

Stephan wächst vor lauter Ratlosigkeit schon eine Gitarre aus dem Kopf…

Wir waren lange Zeit sehr idealistisch und aufgeschlossen, was das Vertreiben von „Freier Musik“ und das Nutzen von Creative-Commons-Lizenzen anging.

Nur leider ist alles nicht so gelaufen, wie wir uns in unserer Naivität vielleicht gewünscht hätten. Wir finden es sehr schön, daß wir in Podcasts gespielt wurden. Wir finden Projekte wie breipott irrsinnig gut und unterstützenswert, aber wir können auch nicht die Augen davor verschließen, daß man die uns unterstützenden Podcasts an einer Hand abzählen kann, und dass wir von den schätzungsweise über 2000 Menschen, die „Grounded“ in voller Länge über das Internet kennengelernt haben, eine positive Rückmeldung von ziemlich genau 14 (in Worten: Vierzehn) bekommen haben.

Nein, wir wollen nicht berühmt sein, wir wollen nicht die Charts mit unserer Musik stürmen, und wir wollen auch nicht, dass Horden von kreischenden Fans uns ihre Unterwäsche entgegenschleudern… aber wir sind uns dennoch ziemlich schmerzhaft der Tatsache bewusst, dass „Grounded“ etwas ganz vollkommen anderes ist als die neue Darkwave/Gothic/Grindcore-EP von Hansi Müller, die er mit seinem Aldi-Notebook, einem Englisch-Wörterbuch, einer USB-Gitarre und einem Headset-Mikro auf dem Klo zusammengezimmert hat, und daß solche Projekte dennoch dazu neigen, um Größenordnungen mehr Fans zu haben als wir… weil wir eben nicht konstant mit unserer ätzenden myspace-Seite in anderen ätzenden myspace-Seiten rumnerven, nicht konstant jedem der’s nicht wissen will unsere Musik aufs Auge drücken…

…und, eventuell, weil wir großartige und mit großer Liebe zum Detail produzierte Musik einfach verschenken, als ob sie nichts wert wäre. Keine der von uns angeschriebenen Zeitschriften hat sich dazu herabgelassen, ein Review über Grounded zu schreiben, aber befreundete und bekannte Projekte können sich vor Interviews und Reviews kaum retten… weil sie auf iTunes sind, einen schicken Barcode und ein Label-Logo auf ihrer Platte haben und ihr Zeug nicht für lau mit einem Download-Link in der Weltgeschichte verteilen.

Oder ist es eventuell ganz anders? Gibt es etwas anderes, was wir tun müssen? Wir wissen es wirklich nicht. Aber wir hätten gerne eure Meinung dazu, ob unsere Musik in Zukunft frei bleiben soll, oder ob wir uns eher um professionelle Vertriebsmöglichkeiten bemühen sollen, oder was auch immer wir tun sollen… deshalb gibt’s oben rechts eine neue Umfrage, und es gibt diese „Kommentar“-Funktion, die man ruhig nutzen darf.

Wir danken schonmal recht herzlich.

Moon Child – The Liquid Myrrh Remix

Daughters of Jerusalem, I charge you
by the gazelles and by the does of the field:
Do not arouse or awaken love
until it so desires.

The Song Of Solomon, Chapter 3


Moon Child
(Kleinert)

Abetted by a summer’s breeze
I looked into your eyes
I offered you forbidden fruit
And had you hypnotized
Here’s all you ever wanted
The past’s a long way off
While we drink sweet ambrosia
Who cares if this is love?

I’m a tempest, I’m a river
I’m many fathoms deep
Let my waters reach you
And haunt you in your sleep
Let me squeeze you, let me burn you
Let me make you come undone
Let my lightning pierce you
Till you don’t know where you’re from

I’m your darkest mirror
I’m your deepest fear
With ease I speak the killing words
You thought you’d never hear
You run around in circles
A rat trapped in a cage
But if you do my bidding
I might unlock the gate

A mountain lake, a raised hide
Your eyes look old and grey
You never saw the warnings
And now it’s much too late
You had your love, you had your life
You nearly had it all
I blew it all to little bits
Lean back and watch them fall


Recorded 2006/2007 at Halle03, Heidelberg,
The Wheel Ranch, Dilsberg and Stephan’s place, Heidelberg

Produced by Stephan Kleinert

Performed by
Stephan Kleinert – synthesizers, vl70, programming
Laura Dietrich – lead and backing vocals
with
Ana Fieres, bass, guitars
Reinhard Mayr, additional guitars

The album version of this track is
featured on our current album „Grounded


Creative Commons License
Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.


Ein Song und die Geschichte: Moon Child

„Moon Child“ – Foto von Bina Engel
aus dem „Grounded“-Booklet


Von all den Songs auf „Grounded“ ist Moon Child vermutlich derjenige mit der längsten und verzwicktesten Geschichte… und es ist auch der einzige Track, der es für sich in Anspruch nehmen darf, in vier verschiedenen Studios/Locations aufgenommen worden zu sein.

Begonnen hat „Moon Child“ anno 2003 in meiner Heidelberger Studentenbude als ein relativ simples Demo namens „The Journey“. Dieses bestand hauptsächlich aus Synthi-Flächen, einem einfachen Drumcomputer-Pattern und jeder Menge VL70-Saxophon-Soli (ich hatte den VL70 gerade für gnadenlos billig auf eBay ersteigert und mich so richtig in das kleine Wunderding verliebt; eine Liebesbeziehung, die bis heute nicht viel von ihrer Intensität eingebüßt hat, der VL70 ist und bleibt eine der interessantesten Erfindungen des letzten Jahrhunderts).

Ein per Breath-Controller live gespielter VL-70 lässt den Musiker
nicht wirklich sexy aussehen, aber die Ergebnisse sind sehr hörenswert…

 

Dieses erste leise Demo war noch in keiner Weise zu vergleichen mit der ziemlich brachialen Version, die vier Jahre später auf „Grounded“ zu hören war (nicht zuletzt, weil so ein Unterfangen in meinen eigenen vier WG-Wänden vermutlich mit „Könnt-Ihr-Das-Bitte-Leiser-Machen-Das-Kann-Sich-Ja-Niemand-Anhören„-Predigten quittiert worden wäre).

Nur wenige Monate später jedoch, nämlich im Dezember 2003, standen Ani und ich in der Halle 03, jenem provisorischen Studio, das wir in Heidelberg im stillgelegten Güterbahnhof eingerichtet hatten, froren uns gemeinsam bibbernd und zähneklappernd unsere jeweiligen Ärsche ab und nahmen, basierend auf meinem ersten Demo, eine wesentlich krachigere Version von „The Journey“ auf.

Ani und ich beim Aufnehmen von „Moon Child“

Ani legte dabei fünf Gitarren und einen Bass übereinander, während ich mir krachigere Drums und die Brutalo-Hammond aus den Fingern saugte. Das Ergebnis behielt vom Demo nur noch die orientalisch anmutenden VL70-Soli bei, alles andere hatten wir bei den Halle03-Sessions kräftig umgebaut.

Wie man der offiziellen Biographie entnehmen kann, kam dank eines großen Heidelberger Kultur-Förderers sehr schnell das brutale Aus für Sessions in der Halle03, und in der darauffolgenden, nicht besonders erquicklichen Zeit des Wartens und der zwangsweisen Introspektion bekam „The Journey“ einen Text – jenen Text darüber, wie man aus den falschen Gründen auf selbstzerstörerische Weise an einer Beziehung festhält – und wurde zu „Moon Child“.

Eine Dilsberg-Jamsession in vollem Gange…

Erst sehr viel später, nämlich irgendwann im Herbst 2004 bei den legendären Dilsberg-Sessions (die immer und jedes Mal als Inspiration dienten) und bei Aufnahmen in der „Wheel Ranch“, wurde Moon Child zumindest instrumental fertiggestellt.

Und als dann 2005 Botany Bay mit Laura endlich viel mehr als nur eine Stimme gefunden hatte (und mit Reinhard einen weiteren Gast-Gitarristen und mit unserem Kellerstudio endlich eine Aufnahme-Location, die nicht wasweißich wieviele km entfernt ist) war es an der Zeit, die Puzzleteile zusammenzufügen. Das Ergebnis…


…wird demnächst exklusiv auf diesem Blog zu hören sein.

Denn das Ergebnis war nicht das, was heutzutage auf „Grounded“ als „Moon Child“ zu hören ist.

Denn 2007, in Bonn angekommen, und mit der Aufgabe konfrontiert, all die Songs und Soundschnipsel und Instrumentale zu einem Album zusammenzustellen, zu mischen und zu mastern, fiel mir nämlich schon bald auf, daß der Track überhaupt nicht zwischen die anderen Stücke passte, weder von der Stimmung noch vom Arrangement her.

Also wurde „Moon Child“ nochmal komplett auseinander genommen, neu arrangiert, und als Krönung durfte sich darauf ein weiterer, letzter, neuer Gast verwirklichen, nämlich Violinistin Jette Klein-Berning…

Sommer 2007 – Jette und Laura geben „Moon Child“ den letzten Schliff…

Das Ergebnis ist meilenweit entfernt von dem, als was „Moon Child“ angefangen hatte.Ab und zu werden wir ja gerne mal in die Gothic/Darkwave-Schublade gesteckt. Eine Kategorisierung, mit der ich mich nicht so recht anfreunden mag… „Grounded“ mag zwar melancholisch sein, aber nicht ausgesprochen düster… und für irgendwas mit dem „Wave“-Label haben wir uns glaub ich zu viel Mühe gegeben, das Ganze organisch klingen zu lassen. Allein, soviel muss ich zugeben, für die endgültige Version von „Moon Child“ mag dieser Aufkleber sogar passen…Demnächst also hier: Der Alternativ-Mix von Moon Child. Und bis dahin nochmal die Bitte, bei hobnox für uns zu stimmen. Einen Tag hat die Woche noch, und momentan sieht es leider nicht so aus, als ob wir es schaffen würden. Also ein – versprochen – allerletztes Bitte meinerseits…

Und jetzt bitte alle zusammen…!!!

Zunächst einmal: Vielen Dank für eure Stimmen! Wir haben es letzte Woche in nur drei Tagen auf Platz 64 oder so geschafft, was eigentlich gar kein schlechtes Ergebnis ist… aber das nominiert uns natürlich nicht für das Finale.

Jetzt ist im evolution2-Contest eine neue Wahlperiode angelaufen, und wenn nur all unsere treuen Fans und Unterstützer jeden Tag auf das Banner rechts (—–> das mit dem Affen) klicken und für uns stimmen, dann könnten wir es tatsächlich schaffen!

Über die Gründe, warum uns das so wichtig ist, habe ich mich zwei Postings weiter unten schon ausgelassen

Ich verspreche hiermit allen, die mitmachen: Sollten wir es schaffen, so werden wir als Dank ein Konzert für euch spielen… egal, wie schwierig das wird und wie wenig Zeit wir haben, wir werden das durchziehen.

Und es gibt noch einen ganz anderen Grund, sich „Grounded“ auf hobnox mal näher anzuschauen: Es gibt erstmals Liner Notes für jeden Song; wer also schon immer mal was über die Hintergründe zu den Tracks auf „Grounded“ erfahren wollte, der erfährt dort möglicherweise etwas Neues…

Wir zählen auf euch!!!

*smile*

Eine Nachricht von Tomasz Trzciński aus dem aktuellen Hobnox-Voting:

Dieses Projekt is wirklich aussergewöhnlich. Sollte jedem, der hier mit eigenen Produktionen (auch mir) autritt etwas zum Thema komponieren mit Qualität sagen. Ich frage nur, wahrum stimmt Ihr alle nicht hier ? Hier ist die Kunst !

Danke. So etwas tut einfach wahnsinnig gut. Insbesondere wenn es auch noch von jemandem kommt, der selbst sein Handwerk so gut versteht.

Das Voting geht in ca. einer Stunde zu Ende… und es sieht natürlich nicht so aus, als ob wir noch auf einen der vordersten Plätze kommen würden, aber dafür habe ich „Grounded“ auch viel zu spät hochgeladen…

Aber nächste Woche steht ja das nächste Voting an, und gerade deshalb gilt der verzweifelte Aufruf von unten auch für die nächste Woche unverändert:

Stimmt für uns, was das Zeug hält…! Bitte!