Wie geht es weiter…?

Vorbemerkung: Wer meine – so finde ich – verständliche Sorge um das Wohl und den Erfolg eines mir sehr am Herzen liegenden Projektes als „Heulerei“ abtun will, der braucht nicht weiterlesen. Niemand wird gezwungen.

Zunächst einmal unseren allerherzlichsten Dank an alle, die auf hobnox eifrig für uns stimmen… leider muß ich trotzdem zugeben, daß ich nicht glaube, daß wir Platz 1 erreichen können.

Es liegt mir fern, die Mitbewerber zu kritisieren oder meine mal wieder pessimistische Weltsicht hier zu verbreiten… aber wenn man sich diesen Wettbewerb mal genau anschaut, dann muß man leider schnell erkennen, dass es – wie in so vielen Online-Votings – auch im evolution2-Wettbewerb nicht immer um das Projekt und seine künstlerische/musikalische Qualität an sich geht, sondern eher darum, wer viel Zeit hat, die besten sozialen Skills zeigt, die meisten Votes für andere verteilt und sich auch ansonsten auffällig und flächendeckend beliebt macht…

…und dies ist leider eine Sache, in der ich noch nie besonders gut war. Wäre das anders, so wäre „Grounded“ nicht das unbekannte und unterbewertete Ding, das es trotz aller Mühe leider ist.

Was uns zum eigentlichen Thema dieses Postings bringt: Laura und ich arbeiten ja nun gerade an einem Nachfolger zu „Grounded“, und wir kommen auch – wenn man alle widrigen Umstände berücksichtigt – ganz gut voran und sind mehr als zufrieden mit unserem neuen Material und wie sich das Projekt so entwickelt… es ist etwas ganz anderes als „Grounded“, da wir jetzt viel mehr tatsächlich zu zweit machen, da die Elemente nicht mehr so voneinander getrennt sind, und das hört man der Musik auch an… ich schätze mal, nächstes Frühjahr / nächsten Sommer könnte es so weit sein.

Für uns stellt sich jetzt nur die Frage, wie wir mit dem Kind umgehen sollen, wenn es dann mal auf der Welt ist.

Stephan wächst vor lauter Ratlosigkeit schon eine Gitarre aus dem Kopf…

Wir waren lange Zeit sehr idealistisch und aufgeschlossen, was das Vertreiben von „Freier Musik“ und das Nutzen von Creative-Commons-Lizenzen anging.

Nur leider ist alles nicht so gelaufen, wie wir uns in unserer Naivität vielleicht gewünscht hätten. Wir finden es sehr schön, daß wir in Podcasts gespielt wurden. Wir finden Projekte wie breipott irrsinnig gut und unterstützenswert, aber wir können auch nicht die Augen davor verschließen, daß man die uns unterstützenden Podcasts an einer Hand abzählen kann, und dass wir von den schätzungsweise über 2000 Menschen, die „Grounded“ in voller Länge über das Internet kennengelernt haben, eine positive Rückmeldung von ziemlich genau 14 (in Worten: Vierzehn) bekommen haben.

Nein, wir wollen nicht berühmt sein, wir wollen nicht die Charts mit unserer Musik stürmen, und wir wollen auch nicht, dass Horden von kreischenden Fans uns ihre Unterwäsche entgegenschleudern… aber wir sind uns dennoch ziemlich schmerzhaft der Tatsache bewusst, dass „Grounded“ etwas ganz vollkommen anderes ist als die neue Darkwave/Gothic/Grindcore-EP von Hansi Müller, die er mit seinem Aldi-Notebook, einem Englisch-Wörterbuch, einer USB-Gitarre und einem Headset-Mikro auf dem Klo zusammengezimmert hat, und daß solche Projekte dennoch dazu neigen, um Größenordnungen mehr Fans zu haben als wir… weil wir eben nicht konstant mit unserer ätzenden myspace-Seite in anderen ätzenden myspace-Seiten rumnerven, nicht konstant jedem der’s nicht wissen will unsere Musik aufs Auge drücken…

…und, eventuell, weil wir großartige und mit großer Liebe zum Detail produzierte Musik einfach verschenken, als ob sie nichts wert wäre. Keine der von uns angeschriebenen Zeitschriften hat sich dazu herabgelassen, ein Review über Grounded zu schreiben, aber befreundete und bekannte Projekte können sich vor Interviews und Reviews kaum retten… weil sie auf iTunes sind, einen schicken Barcode und ein Label-Logo auf ihrer Platte haben und ihr Zeug nicht für lau mit einem Download-Link in der Weltgeschichte verteilen.

Oder ist es eventuell ganz anders? Gibt es etwas anderes, was wir tun müssen? Wir wissen es wirklich nicht. Aber wir hätten gerne eure Meinung dazu, ob unsere Musik in Zukunft frei bleiben soll, oder ob wir uns eher um professionelle Vertriebsmöglichkeiten bemühen sollen, oder was auch immer wir tun sollen… deshalb gibt’s oben rechts eine neue Umfrage, und es gibt diese „Kommentar“-Funktion, die man ruhig nutzen darf.

Wir danken schonmal recht herzlich.

10 Antworten auf „Wie geht es weiter…?“

  1. Ich finde, dass ihr das genau so tun sollt. Euch nicht mehr für kostenlos und letztlich fast umsonst hergebt. Letztelich machen Kleider Leute. Ein bißchen Kommerzialisierung wird also nicht schaden. Eher das Gegenteil wird der Fall sein.

    Bin schon gespannt auf nächstes Jahr und ein hoffentlich, ähnlich (aber auch anders) intensives Premierenkonzert!!!

  2. Kleider machen Leute? Also sorry, aber genau den Satz halt ich zwar für einen gewissen Status Quo, kann dem aber so gar nichts abgewinnen.

    Nicht der fehlende bzw. vorhandene Bar- oder Labelcode macht es. Neben einer gehörigen Portion Glück gehört eben auch hierzulande eine Menge Vitamin B dazu. Interviews bekommen nicht immer nur die wirklich guten Bands, sondern…ach, ich könnt da sicherlich stundenlang weniger nette Geschichten erzählen. Sei’s drum, das Ende vom Lied, selbst das sorgt nicht dafür, daß sich Menschen dazu bewegen lassen, Musik zu kaufen. Ganz im Gegenteil, 80% der Musikkäufer vertrauen eben nicht mehr auf Reviews in irgendwelchen Hochglanzmagazinen. Und ein Werbebudget im sechstelligen Bereich haben auch nur die wenigsten Bands.

    Das größte Manko Eures Albums, ist nunmal, daß es sich nur komplett und in aller Ruhe und nach einigen Durchläufen entfaltet. Und so schlimm das ist, ich kenne nur noch sehr wenige Menschen, die sich auf sowas auch einlassen oder sich die Zeit dazu nehmen. Deswegen find ich die bisher erreichte Öffentlichkeit (ja, auch 2000 Downloads – da stecken irgendwo Menschen dahinter) doch für sehr beachtlich. Ist wie mit einem guten Wein: Wo die anderen gehypten Supidupimusiker nach 5 Jahren ihre Sinnkrise bekommen, weil sich kein Mensch mehr dafür interessiert, wird Euer Album auch in 10 Jahren noch hörbar sein. Thats my point of view.

    Und was heißt schon Kommerzialisierung? Der Wunsch, für seine Leistung auch entlohnt zu werden, und das eventuell auch angemessen, ist mehr als nur verständlich. Aber deswegen jetzt einen Businessplan schreiben, um dann am Return of Investment zu scheitern und dann die gleichen Fragen wieder zu stellen? Macht Musik, weil sie es Euch wert ist und auf Dauer werden das auch Eure Fans verstehen und zu schätzen wissen.

  3. Ich glaub ich wurde hier mißverstanden. Es ist doch letztendlich so, dass die Präsenz von Botany Bay nicht dominant genug war um in der Musik-Szene ein Ausrufezeichen zu setzen. Es spielt ein große Rolle wie man sich präsentiert oder besser gesagt „verkauft“. Und da machen Kleider Leute. Das ist nun mal so, egal ob das ideologisch richtig ist, oder nicht. Kommerzialisierung bedeutet übrigens ja auch nichts anderes, dass man mit seiner Arbeit Gel verdient. Daran ist nichts auszusetzen und ich habe das auch in keinster Weise negativ gemeint. Und ich bin mir sicher, dass wenn Botany Bay morgen goldene Platten verkauft, sie immer noch mit dem gleichen Pathos und Kreativität weitermachen werden.

    Ansonsten stimme ich Dir (@falk) voll zu. Grounded ist ohnehin kein Album, dass mit der breiten Masse kompatibel ist. Aber es lassen sich sicherlich mehr als nur 2000 Leute finden die sich für diese Musik begeistern können.

  4. Ja, das liebe Problem mit den Allgemeinplätzen. Aufmerksamkeit schaffen, also PR, ist ja nun auch teilweise auch mein Job für Botany Bay. Mal schaun, ob ich gut genug bin ;)

    Mein Problem mit der allgemeinen Aussage, das die Hülle entscheidet, um wahrgenommen zu werden, ist nunmal, daß (zumindest in meinem erweiterten Bekanntenkreis) viele dem nicht mehr trauen. Da gehts gar nicht so sehr drum, ob das nun kostenfrei angeboten wird oder etwas kostet, sondern das schlicht das Vertrauen fehlt. Die Ursachen dafür sind mannigfaltig – aber genau aus dem Grund mag ich auch in meiner Werbung lieber auf den Inhalt verweisen, als auf das Drumherum. Aber auch das gehört eben zu einer Professionalisierung dazu.

    Kommerz: Leider ist das in Bezug auf Musik auch recht negativ belegt. Sei es, daß auch Indies in die Haftung genommen werden für das unsägliche Verhalten der Majorlabels in den letzten Jahren, der zunehmenden Verflachung des Musikbusiness durch eben diese. Oder das eben Geiz doch geil ist, wenns zum eigenen Vorteil gereicht. Genau das legt jungen und engagierten Bands eine Menge Steine in den Weg. Und wo vor Jahren noch ein Demotape ausreichte, muss heute ein fertiges „Produkt“ inkl. Businessplan her, um überhaupt in der Branche wahrgenommen zu werden. Und da dies eben unter Kommerzialisierung allgemein verstanden wurd, tun sich viele schwer, diesen Schritt zu gehen. Vor allem, weil oft genug genau dann in die künstlerische Arbeit aufgrund von irgendwelchen Märkten, reingeredet wird. Und das lehn ich eben auch ab.

    Und nun find da mal den rechten Weg, den zu gehen es sich lohnt, ohne aufgerieben zu werden…

  5. So – als Stimme Nr. 15 – sende ich Euch erstmal ein großes Kompliment. Grounded gefällt mir sehr sehr gut. Wird auch bald in unserem Blog besprochen werden.

    Eine wirklich sehr schöne Lösung für dieses Dilemma hat „Entertainment For The Braindead“ gefunden. Sie bietet einerseits ihre Musik kostenlos als Download an – andererseits kann man von ihr handgefertigte physikalische CDs erwerben.

    Es ist eh eine bittere Wahrheit, dass nur noch „die hard“- Fans bereit sind Geld für Musik auszugeben.

    Liebe Grüße
    Brigitte aka DifferentStars

  6. … ich bin jetzt garkein Musikexperte und kenne mich auch nicht mit dem Business aus — aber führt der Weg zu Anerkennung, dann Ruhm und vielleicht auch ein bisschen Geld nicht immer über Live-Auftritte? Zumindest für jene Musiker, die nicht nur einen Song ‚rausblasen wollen, der dann in 100 Klingelton-Varianten verwurstet wird? Bitte entschuldigt folgendes Beispiel, es gibt wahrscheinlich hunderte bessere, ich habe nur gerade keine anderen zur Hand: hat nicht Robbie Williams vorgemacht, wie man nach Take That mit Auftritten in kleinen Clubs wieder von ganz unten nach ganz oben kommen kann? Und ist es Zufall, dass Madonna nun bei einem Konzertveranstalter, nicht mehr bei einer Plattenfirma unter Vertrag ist? Ok, ok, passt alles nicht wirklich, weil beide sicher ein riesiges Netzwerk an Unterstützern, Vitamin-B jeglicher Art haben, und auch aus einer „anderen“ Zeit kommen, als man mit Musik noch richtig Geld verdienen konnte…

    Aber zeigen diese beiden Beispiele nicht, dass der Weg heute eben *nicht* mehr über Barcode und Label-Logo führen?

    Und: was ist gegen eine MySpace-Präsenz einzuwenden? Okay, ich finde die Site auch grauenhaft, ätzenden. Aber was meinst Du mit „rumnerven“? Wenn das nun mal (einer) der Wege heute ist — warum nicht?

    Am Rande: starfrosch.ch finde ich ähnlich furchtbar wie MySpace, ich finde mich dort einfach nicht zurecht. Warum aber ist Grounded nicht auf Garageband.com? Über Garageband.com übrigens bin ich auf Euch gestoßen. ;-) Warum ist auf Jamendo *nur* Grounded, nicht aber die neuen Songs? Warum ist nichts im Podsafe Music Network?

    Als Hörer Eurer Musik ist es mir wurscht, ob sie frei erhältlich oder nur gegen Bezahlung (legal) zu haben ist (Grounded habe ich als CD im Regal stehen, so mir Musik gut gefällt, bin ich auch bereit, diese zu bezahlen). Als Podcaster fände ich es schade, wenn Botany Bay irgendwann bei der GEMA gelistet wäre (leider gibt es in Deutschland ja (noch) keine Möglichkeit, neben der GEMA zusätzliche Lizensen zu vergeben), mir ist aber klar dass — so man in Deutschland ernsthaft Musik machen will — an der GEMA irgendwann kein Weg mehr vorbeiführt.

    Aus früheren Postings schließe ich, dass der „Beruf“ eins der Hindernisse für das Fortkommen von BB ist… aber: wie erfolgreich kann man in diesem Musik-Business heute sein, wenn man sich diesem nicht mit hundert*und*zehn* Prozent widmen kann?

    Nungut — wie gesagt, ich bin kein Experte, was diese Dinge angeht, bin nur ein Web-Developer, der sich in der IT/Medien-Branche sein Geld verdient. Und mit keiner der obigen Zeilen habe ich Euch wahrscheinlich irgendwas gesagt, was Ihr nicht selbst schon wisst. Aber wenn schon so nett danach gefragt wird, konnte ich jetzt nicht widerstehen, auch meinen Senf dazuzugeben. ;-)

    Mein Fazit: Live auftreten! Überall und so häufig irgend möglich. Alles andere ist Zufall bzw. Glück…

    Viele Grüße,
    – Coke / Björn

  7. @Björn: Podsafe Network ist auch meine Baustelle, das wird noch ;)

    „an der GEMA irgendwann kein Weg mehr vorbeiführt“

    Wieso nicht? Solang diese VG nicht bereit ist, auch alternative Wege der Lizensierung zu akzeptieren und ihren Verteilungsschlüssel dahingehend zu ändern, daß speziell kleinere Bands davon proftieren – genau so lang führen abertausende Wege an der GEMA vorbei. Ich kann und darf die Musik von BB mit deren Einverständnis auch *ohne* GEMA kommerziell verwerten. Und uns entgeht dabei gar nichts, ganz im Gegenteil. Bei der Band kommen dann mehr Cent aus den Lizenzverkäufen an, als mit GEMA.

  8. Wieso die Musik von mir? ;)

    Ja, das mit den Liveauftritten hab ich auch schon gesagt, scheint so die erfolgsversprechendste Methode. Schließlich ist auch Elliott Smith über Liveauftritte mit Heatmiser bekannt geworden. Und man sollte möglichst alles so machen wie E.S. – naja, außer vielleicht Drogen nehmen, depressiv werden und sich umbringen.

    Nein, also ernsthaft, leuchtet mir auch nicht wirklich ein, wieso es die Nachfrage nach etwas erhöhen soll, wenn es auf einmal Geld kostet. Das Problem ist halt: Es gibt soooviel Musik im Internet, es ist wirklich schwer da das zu finden, was einem gefällt, wenn man nicht Stunden damit verbringen will. Also, hilft vermutlich möglichst präsent zu sein.

    So, jetzt hab ich ja doch was zu dem Thema geschrieben.

  9. @Falk, fmotis:

    Ich habe dieses Posting ja nicht geschrieben, um das Publikum vor vollendete Tatsachen zu stellen, sondern viel eher weil ich ganz ehrlich und wahrhaftig keine Ahnung habe, was man am besten machen kann, und wie das Publikum die Sache sieht. Und zum Ideen sammeln. Auch wenn die bisherige Resonanz leider wieder mal darauf schließen lässt, daß unser Publikum sich zahlenmäßig nahe an der Nulllinie bewegt , so freue ich mich doch über die entstandene Diskussion.

    Ich sehe „Grounded“ eigentlich als etwas, was für sich selbst steht. Jeder, der das Album hört und sich der Musik auch nur ein ganz kleines bißchen öffnet, der wird sehr schnell feststellen, dass es sich nicht um irgendwas beliebiges handelt. Nur die Leute da hin zu kriegen, diesen kleinen Schritt zu machen… das scheint mir das größte Problem überhaupt zu sein.

    iTunes ist da schon sehr nett, weil man in die Sachen reinhören kann und sie nett sortiert bekommt… während Plattformen wie Jamendo immer noch das Problem haben, dass Otto Normalinternetuser sie nicht kennt.

    Ein befreundeter Blogger sagte mir mal, „solange es nicht auf Spiegel Online steht, kennt der deutsche Internet-User es nicht. Egal, was es ist“. So traurig das ist, es ist wahr. Immerhin war der zuständige Redakteur von Spiegel Online so nett, mir zurückzuschreiben und mir ganz ehrlich mitzuteilen, dass er sich um freie Musik nicht kümmern könne weil sie auch ohne diese schon viel zu viele Anfragen haben.

    In der idealen Welt würden etablierte Massenmedien, Musikkritiker und sonstige Instanzen endlich mal aufwachen und das Phänomen „Freie Musik“ anerkennen, und der GEMA würden massenweise die Leute davonlaufen.

    In der idealen Welt würden Musiker wie Metallica (oder jetzt Bryan Adams), die ihren Fans (also jenen Menschen, die sie steinreich gemacht haben) die Inquisition auf den Hals schicken, ganz schnell in die verdiente Vergessenheit geraten und sich deshalb einhundert und mehr mal überlegen ob sie so etwas machen.

    In der idealen Welt hätte eine Seite wie jamendo den gleichen Stellenwert wie der Internetauftritt von Sony, EMI und wie die ganzen Kommerznasen heißen.

    Leider sind wir da noch lange nicht angekommen. Wenn wir, also Botany Bay, effektiv irgend etwas dafür tun können, dass wir dort hin kommen… wir werden es tun.

    @coke, Bettina:

    Sicherlich wäre mehr Livepräsenz der klassische Weg, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Nur, wie hier im Blog schon mehrfach erwähnt, ist das bei uns so gut wie nicht machbar. Alle zwei Wochen irgendwo spielen ist schlicht und einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Es wäre etwas anderes, wenn ich noch Student oder Freelancer wäre oder mir meine Zeit sonst irgendwie frei einteilen könnte, aber mit meinem Job arbeite ich minimum 8 Stunden am Tag (meistens ist es deutlich mehr) und kann froh sein wenn ich abends nicht gleich vollkommen fertig ins Bett falle. Es muss einen anderen Weg geben, denn dieser funktioniert in absehbarer Zeit nicht.

    Glaubt mir bitte, ich würde verdammt gerne live spielen. Allein deshalb, weil ich persönlich vermutlich am schlimmsten darunter leide, daß wir kaum Feedback bekommen und unsere Musik nicht gehört wird (nein, wir graben jetzt nicht den Psychotherapeuten aus, aber das alles hat seine sehr guten und nicht mehr zu ändernden Gründe). Live zu spielen und tatsächlich Applaus zu bekommen und Begeisterung in den Augen der Zuhörer zu sehen war bislang jedes Mal eine Offenbarung für mich. Und so eine verflucht schwierige und deprimierende Zeit unsere Premiere für mich war, so wunderschön war sie auch, weil zum ersten Mal seit Jahren wirklich gewürdigt wurde, was wir da tun. Nur… das alles bringt uns in unserer derzeitigen Situation nicht weiter.

    Ein weiteres Problem: Botany Bay ist ja nun nicht wirklich eine Band. Wir sind zwei Leute, die zigmal so viele Instrumente spielen und dabei auch öfter mal mehr als 4 Gesangsstimmen übereinanderlegen. Live können wir momentan nur sehr reduziert bzw. akustisch spielen. Das war für die ruhigeren und melancholischen Stücke auf „Grounded“ noch einigermaßen vertretbar, aber spätestens seit „Voices“ fahren wir stellenweise einen vollkommen anderen Film, den wir so natürlich auch gerne auf die Bühne bekommen würden. „Voices“, „The Real World“ und „Inhale“ nur mit Piano und Gesang… das kommt nicht, das muss man anders machen.

    Dazu bräuchten wir aber mindestens einen Gitarristen, einen Bassisten, einen Schlagzeuger und einen zusätzlichen Keyboarder, und zwar welche die’s drauf haben und hinter der Idee von Botany Bay stehen. Solche Leute wachsen nicht auf Bäumen, und selbst wenn wir sie hätten, dann würde das viele und regelmäßige Proben bedeuten.

    Laura und ich verstehen uns prima und ohne große Vorbereitung, wir wissen von unseren Stärken und Schwächen und wir wissen, was der eine vom anderen erwarten kann und darf… dafür gibt’s Botany Bay ja jetzt auch schon eine ganze Weile. Mit neuen Leuten würde das erstmal sehr anstrengend und zeitintensiv werden… und das wäre auch alles kein Problem wenn die Zeit da wäre, aber das ist sie nicht… ich kann gerade mal froh sein, wenn ich am Abend noch irgendwelche kreative Energie übrig habe…

    Es wird wieder live-Auftritte von uns geben. Aber „nur“ zu zweit und wenige. Mehr ist nicht drin, so beschissen das für alle Beteiligten auch ist.

    @coke:

    Von vielen Dingen wissen wir einfach erschreckend wenig bescheid… beispielsweise das Podsafe Music Network, von dem ich durch Dein Posting zum ersten Mal gehört habe.

    Was Garageband betrifft… diese Seite ist zwar sehr interessant, aber offensichtlich auch ein bisschen kaputt. „Voices“ war über ein Jahr im Voting, es bewegte sich dabei wochenlang überhaupt nicht, dann schoss es plötzlich auf Platz 39, blieb in der Region mehrere Monate (!) und verabschiedete sich dann plötzlich in 30er-Inkrementen auf den hinteren Rängen… keine Ahnung was da los ist, aber mir kommt’s ein bisschen komisch vor.
    Außerdem muss ich leider zugeben, dass mir die Reviews vom musikalischen Standpunkt in letzter Zeit nicht mehr so viel gebracht haben. „Die Stimmen sind scheiße, ihr könnt beide nicht singen…“ / „die Stimmen sind super, macht ihr das professionell?“ / „Das Schlagzeug klingt müllig und synthetisch“ / „Das Schlagzeug ist das coolste am ganzen Stück, ihr soltet Geld dafür verlangen“… das zeigt halt nicht viel, außer daß die Geschmäcker unterschiedlich sind ;-)

    Was mir an myspace nicht passt? Die Seite ist einfach grottig. Die Soundqualität ist beschissen, der Überblick ist nicht vorhanden, und die Werbung nervt, aber sowas von… und kaum hat man dort einen Account, schon wollen irgendwelche Schönheiten mit Körbchengröße D meine „Freunde“ werden und in mein Profil irgendwelche blinkenden und animierten GIFs posten… ist irgendwie nicht meine Welt, aber vielleicht liegt das daran, dass ich die Entstehung des WWW miterlebt habe und deshalb eine ziemlich genaue Vorstellung davon habe, wie das WWW nicht aussehen sollte.

    Auf Jamendo wollten wir erst wieder veröffentlichen, wenn wir ein bisschen Material gesammelt haben (da sich die Seite doch sehr dafür eignet, ganze Alben oder EPs zu vertreiben)… vielleicht war das auch keine so gute Idee. Auf last.fm gibt’s auf jeden Fall so gut wie alles von uns, auch zum embedden und downloaden… wenn Du noch weitere gute Ideen hast, nix wie her damit!

    @lie in the sound:

    Vielen herzlichen Dank für Deinen Kommentar :)) Wir haben mit „Grounded“ so etwas ähnliches gemacht… das Album ist im Netz frei verfügbar, man kann es aber auch als schöne CD mit noch schönerem Booklet käuflich erwerben, wenn man das will.

    Über ein Review würden wir uns natürlich sehr freuen… es wäre das insgesamt zweite nach über einem Jahr (das andere ist leider nicht mehr im Netz, ansonsten hätte ich’s verlinkt) ;-))

    Liebe Grüße,
    Stephan

    PS: @BB: Hättest Du beim Heiraten nicht Deinen Nachnamen in irgendwas mit „nicht B“ ändern können? Dann hätten wir keine Verwechslungsgefahr von Deinen Initialen und unserem Bandnamen… :-P

  10. Ich hätte meinen Nachnamen natürlich in etwas mit „E“ ändern können, und ich könnte das auch immer noch – aber eigentlich hänge ich an meinen Initialen, und ich hab die auch schon weitaus länger als Ihr! ;)
    Außerdem macht es eigentlich Spaß, solche Gespräche zu führen:

    Frau: „B. hier. Ah, ok, ich geb Ihnen mal meinen Mann.“

    Mann: „Guten Tag. Nein, mein Name ist E.“

    Ja, dass das mit den Liveauftritten bei Euch so nicht zu realisieren ist, ist mir auch klar. Es ist nur das einzige „Erfolgsrezept“ was ich kenne.

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