Save Jamendo!

Einigen unserer aufmerksamen Fans wird nicht entgangen sein, daß unser neues Album noch nicht auf Jamendo zu finden ist. An uns liegt es nicht, hochgeladen wurde es schon vor einer Woche. Vermutlich liegt es vielmehr daran, daß bei Jamendo derzeit noch 7 Personen arbeiten, während es 2009 noch derer 25 waren.

TechCrunch und etliche andere Online-Medien berichteten Anfang des Jahres schon darüber, dass Jamendo kurz vor der Pleite steht, und inzwischen zeigen sich die Auswirkungen in Serverausfällen und hoffnungslos überlastetem Support-Team.

Es ist traurig, eine Plattform in Schwierigkeiten zu sehen, die so irrsinnig viel für die freie Musikszene getan und erreicht hat, eine Szene der wir uns trotz aller Enttäuschungen nach wie vor zugehörig und verpflichtet fühlen. Auch wenn wir nie aktiv teilgenommen haben (außer durch das Hochladen unserer Alben und das Zur-Verfügung-Stellen unserer Musik), so war/ist die Community auf jamendo einzigartig und vielseitig.

Und ganz ehrlich: Hätte es von dieser Community nicht so enthusiastisch Zuspruch und Feedback zu unserem Album „Grounded“ gegeben, dann hätte ich vermutlich ziemlich genau im Januar 2008 die Notbremse bei Botany Bay gezogen.

Leider ist im Moment nicht ganz klar, was man tun kann, um Jamendo zu retten. Es gibt auf jeden Fall eine Petition namens „Save Jamendo“, mittels derer man seine Unterstützung für die Plattform kund tun kann, und ich möchte hiermit alle Leser dieses Blogs dazu aufrufen, das zu tun (Achtung! Nach Unterzeichnen der Petition gelangt man auf eine Webseite, auf der die iPetition-Betreiber Spenden für ihre Petitionsplattform eintreiben wollen. Dies war von den Erstellern der Petition nie beabsichtigt und wurde von iPetition auch nicht kommuniziert, also bitte ignorieren!)

Wie es weiter geht, weiß man nicht. Laut Mitteilungen von Jamendo reicht das Geld, um die Server am Laufen zu halten, und momentan schaut man sich nach einem Geldgeber um (so zumindest meine letzte Information). Es ist leider ein großes Problem der freien Musikszene, dass allzuoft ganz selbstverständlich genommen aber nicht gegeben wird. Sollten Jamendo sich dazu entschließen, freiwillige Spenden einzuführen, so wäre es an der Zeit, den Jungs mal unter die Arme zu greifen, denn was sie da gebaut haben ist einzigartig.

Hier nochmal der Link zur Petition.

2 Antworten auf „Save Jamendo!“

  1. Es ist schade, dass Jamendo in einer solchen Krise steckt und die freie Kultur unter der geringen Spendenbereitschaft leidet.

    Ich gehöre zu den Menschen, die allgemein eher selten Musik hören (auch auf stundenlangen Autofahrten bleibt mein Radio oft aus), habe aber schon einige freie Projekte (meist aus der Open Source Szene) mit Spenden unterstützt. Was mir dabei immer wieder im Weg stand war das Anweisen der Zahlung. Eine Banküberweisung ist da meistens noch das einfachste, allerdings kommt die erst nach einigen Tagen an und steht dann nicht mehr mit dem Download in Verbindung.

    Bei den anderen online üblichen Zahlungsarten ist das Problem, dass sich die Bedienung für jedes Verfahren unterscheidet. Für meine 5€-Spende heute bei Jamendo (Ja, das war ich), habe ich über eine halbe Stunde gebraucht. PayPal hasst mich (beruht auf Gegenseitigkeit), also habe ich es mit Kreditkarte versucht. „Verified by Visa“, habe ich zum ersten mal gehört, klingt toll, aber wenn es Google nicht gäbe, hätte ich nie herausgefunden, wo ich das bei meiner Bank einrichte.
    Im Kundencenter oder unter „Service“ war das nicht zu finden.

    Ich halte mich als Softwareentwickler durchaus für technisch versiert und netzaffin, aber ich habe da echte Schwierigkeiten gehabt. Schätzungsweise 80% der Anwender wären nicht in der Lage gewesen, die Transaktion abzuschließen, und bei einer optionalen Zahlung wie einer Spende, hätten sicher noch mehr abgebrochen.

    Ich glaube noch an das Gute im Menschen und denke, die Bereitschaft, mal ein paar Euro dazulassen, würden durch eine einfache, allgemeingültige und seriöse Micropayment-Möglichkeit deutlich steigen.
    An der Stelle bin ich ausnahmsweise mal auf der Seite der Musikindustrie, die das ebenfalls bemängelt.

  2. Zuerst mal vielen tausend Dank für die Spende! (Und sorry dass ich so spät erst antworte, aber es ist ein ganz schöner Job, dieses Projekt quasi ’neuzustarten‘ ;-))

    Ja, leider ist die Spendenoption bei Jamendo und vielen vergleichbaren Plattformen nicht wirklich einfach gelöst… vollste Zustimmung meinerseits.

    Mit ein Grund mehr, wieder Konzerte zu machen und CDs zu verkaufen; das ist zumindest ziemlich direkt und unkompliziert :)

    Liebe Grüße,
    Stephan

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