Von offenen Wunden, hübschen Jungs und hübschen Mädchen…

Es war einmal vor über einem Jahr (genauer gesagt im März 2009), da war ein spontaner Auftritt im Low Budget in Köln der Startschuss für viele und ereignisreiche Live-Aktivitäten der damaligen Besetzung von Botany Bay.

Inzwischen ist es November 2010, vieles hat sich geändert, beinahe alles ist gut, und nachdem wir jetzt knapp ein Jahr damit verbracht haben, uns kennenzulernen, neues Material zu schreiben und das Projekt „neues Album“ anzugehen, war es höchste Zeit, den nächsten Startschuss abzugeben und mal wieder ein bisschen Bühnenluft zu schnuppern.

Welch geeigneteren Ort gäbe es dafür, als die „Offene Wunde“ im Low Budget? ;-)

Es wurde dann auch ein sehr netter Abend (und wie man weiter unten sehen wird, beherrschen auch wir die hohe Kunst der willenlosen Partyfotografie, nur frontal anblitzen, grellrote Augen und alles so entstellend und grell wie nur möglich abzubilden, das müssen wir noch üben). Natürlich waren wir viel zu früh da, dafür hatten wir aber dieses Mal einen Parkplatz direkt vor der Tür und mussten uns mit unserem Equipment dankenswerterweise nicht durch eine zum Bersten gefüllte Kneipe kämpfen (das kam erst später!)

Dem Equipment war dann auch die Tatsache geschuldet, dass wir anfangen durften – denn es beanspruchte doch ein bisschen arg viel Platz auf der kleinen Bühne, und nach unserem Set konnten wir’s einfach zur Seite räumen.

Apropos Platz: Es war voll. Es war gerammelt voll. Abermalsorichtig. So voll wie in „keine Luft mehr und Temperaturen wie in der Sauna“. Aber das Publikum war richtig prima (zum Großteil, dazu später mehr).

Leider nicht dabei war, das muss an dieser Stelle erwähnt werden, unser Bassist, Felix Klöckner… denn erstens war er leider verhindert, und zweitens hätte er unmöglich auch noch auf die Bühne gepasst. Aber Auftritte mit Felix wird’s garantiert nächstes Jahr geben.

Der Moderator, Christian Gottschalk, leitete den Abend auf charmante Art und Weise ein, ehe wir dann schließlich zwei Songs plus eine Zugabe spielten. Und zwar einen ganz neuen Track namens „Pretty Boy, Pretty Girl„, das unseren eifrigen Lesern/Hörern schon bekannte „A Better Way“ und als Zugabe noch „Oh, Robbie!

Bei „Pretty Boy, Pretty Girl“ hatten wir schon ein bißchen Herzklopfen… immerhin ist der Song noch keine zwei Wochen alt, es war das erste Stück das wir spielten, und wir waren uns nicht sicher, ob es live richtig „funktionieren“ würde. Wir hätten uns keine Sorgen machen brauchen, das Publikum mochte den Song sehr. „A Better Way“ spielten wir mit Rhythmus vom backing track (was in Anbetracht des doch ein bißchen schwierigen Bühnensounds erstaunlich gut klappte), und bei „Oh, Robbie!“ handelte es sich um eine erweiterte Version, inklusive Wolfgang-Gitarrensolo :-)

Wir hätten gerne die ersten beiden Künstler nach uns auch noch mitgekriegt, aber wir schmorten nach dem Auftritt derart im eigenen Saft, dass wir erst mal an die frische Luft mussten. Dort erfuhren wir dann von einigen enttäuschten Zuschauern, dass es Probleme gegeben hatte, und zwar nicht nur mit dem viel zu leisen Sound:

Wenn man das Glück hatte, in der Nähe einer funktionierenden und korrekt ausgesteuerten Box zu sitzen, konnte man die Darbietungen durchaus genießen. Wenn man jedoch – wie eben jene enttäuschte Zuschauer – das Pech hatte, dass keine Box in der Nähe war und auf der Bank dahinter genau jene fünf Idioten saßen, die nichts besseres zu tun hatten als die ganze Zeit über so laut wie möglich abzulästern und Schwachsinn zu labern, dann war der Genuss mehr als nur ein bisschen getrübt.

Nun ja, für uns war’s nicht schlimm, denn wir bekamen ein überwältigendes, positives Feedback und eine Menge neue Fans; und zumindest in der vorderen Hälfte des Raumes gab es keine Probleme. Aber für diejenigen die uns hören wollten, dafür weite Strecken fuhren und am falschen Platz mit den falschen Leuten saßen, tut es uns immer noch sehr leid. Daher an dieser Stelle nochmal: Entschuldigung. Hätten wir es gewusst, hätten wir selbstverständlich ohne mit der Wimper zu zucken unsere patentierten Moron-Island-Vernichtungsstrahlen eingesetzt…

Und noch mehr leid tut es uns für einen wirklich ziemlich genialen Standup-Comedian, dessen Auftritt wir ein bißchen später anschauten als wir wieder Luft getankt hatten, und der keinerlei Chance hatte, sich gegen die pöbelnden Vollpfosten auch nur ansatzweise durchzusetzen. Christian fühlte sich dann auch bemüßigt, bei seiner nächsten Ankündigung darauf hinzuweisen, dass es sich um eine offene Bühne handelt und nicht um eine dieser Dieter-Bohlen-macht-irgendwelche-armen-Schweine-fertig-Fernsehshows. Trotzdem sehr schade. Und falls das jemand der Angesprochenen mitliest: Das nächste Mal einfach auf die Bühne gehen und selbst was beisteuern, oder – noch besser – die Klappe halten. Ist ganz einfach.

Von diesen Missklängen abgesehen war es für uns aber ein sehr genialer Abend. Wir haben viele nette Leute kennengelernt, und dass die neue Botany-Bay-Besetzung nach einem gelungenen Auftritt auch gelungen feiern kann, das haben wir glaub ich auch bewiesen.

Bleibt uns nur noch herzlichen Dank zu sagen. Herzlichen Dank an ein tolles, interessiertes Publikum! Herzlichen Dank an Christian, den Veranstalter, herzlichen Dank an all die anderen anwesenden Künstler; und herzlichen Dank an Kerim für die selbstlose Hilfe beim Equipment-schleppen.

See you on some stage in North-Rhine-Westphalia, somewhere in 2011… :-)

Fotos sind übrigens von Katja Kleinert und von Kerim Bas.