Die Wahrheit… und Sebastian

(tl;dr: Steffi ist als feste Sängerin ausgestiegen, die anderen haben keine Zeit oder kein Interesse oder was auch immer… und ich, Stephan, habe einfach keine Lust mehr, das Schiff schon wieder allein schaukeln zu müssen… und es gibt drei letzte, neue Songs)

Liebe Botany-Bay-Fans und sonstige Leser dieses Blogs,

es hat ja keinen Sinn, sich und der Welt was vorzumachen. Es hat sich im vergangenen Jahr so einiges ereignet, was dafür gesorgt hat, dass wir mit unserem neuen Album nicht wesentlich weiter sind als bei unserem letzten Update.

Wenn ich den aktuellen Zustand in die Zukunft projiziere, so muss ich leider gestehen, dass ich nicht glaube, dass sich daran gross etwas ändern wird… und es ist die Zeit gekommen, Botany Bay, so wie es jetzt ist, aufzugeben und neue Wege zu gehen.

Aber der Reihe nach:

Nachdem vorletztes Jahr mein Vater gestorben war, ging es meiner Mutter sehr, sehr schlecht, und sie gab sich letztes Jahr alle Mühe, ihm möglichst schnell hinterher folgen zu können. Zum Glück hat sie das nicht geschafft, und ich werde hier nicht weiter ins Detail gehen (‚Addiction/RedEarth‚ geben allerdings eine ungefähre Vorstellung vom generellen Feeling), aber auf jeden Fall war es eine unglaublich beschissene Zeit mit etlichen Krankenhausaufenthalten, die sich alle wie ein Besuch in der Hölle anfühlten.

Später im Jahr verlor ich dann betriebsbedingt meinen Job (niemand möchte für Apps und schon gar nicht für Spiele zahlen, niemand möchte Werbung sehen, und alle wollen immer alles umsonst, um nur mal ein paar Gründe aufzuzählen) und durfte mir einen neuen suchen. Das war nicht wirklich ein Weltuntergang, aber es nahm ne Menge Energie aus Botany Bay, und natürlich sind immer ne Menge Ängste und Unsicherheiten mit so einer Suche und Umorientierung verbunden. Bei United Toy war ich CTO gewesen, hatte einen großen kreativen Spielraum und konnte mir meine Arbeit frei einteilen. Es würde nicht einfach werden, wieder in einem ’normalen‘ Job Fuß zu fassen und mir meine Freiheiten zu bewahren… nicht der ideale Nährboden, um Musik zu machen.

Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wurde unsere geliebte Tia schwer krank, was später im Jahr darin gipfelte, dass wir sie gehen lassen mussten. Ich habe an anderer Stelle schon viel über Tia geschrieben, was ich hier nicht alles wiederholen muss; nur so viel: Sie war ein ganz besonderes Wesen, sie war unsere beste Freundin, und es war sehr schwer, sie zu verlieren.

Ebenfalls zum gleichen Zeitpunkt wurde Felix, unser Bassist, Vater. Yeah, endlich mal etwas Positives, und an dieser Stelle nochmals meine allerherzlichste Gratulation! Trotzdem sorgte natürlich auch dieser Umstand nicht unbedingt dafür, dass wir öfter Musik machen konnten.

Marius, unser Gitarrist, hatte zu diesem Zeitpunkt einen Job über den ich hier nichts schreiben soll, ausser dass er dazu geführt hat dass er so gut wie nie Zeit hatte und lange nicht so oft am Start war wie es für ein Vorankommen nötig gewesen wäre.

Und das alles erklärt dann endlich auch, warum „Gegen die Zeit“, unsere letzte Veröffentlichung zugunsten der DKMS, ausschließlich aus Steffi und mir besteht: Erstens waren die Jungs schlicht und ergreifend nicht verfügbar, und zweitens ließ Tias Zustand es nicht mehr zu, hier auf der K-Burg großangelegte Sessions mit zig hundert lauten, ungestimmten Instrumenten und Kabeln zu veranstalten; das hätte alles nur noch schlimmer gemacht.

 

Tia wurde genau einen Tag nach der letzten Session eingeschläfert (und das wiederum erklärt, warum ich auf dem Video, das eine Woche später entstand, genau so fertig-mit-der-Welt aussehe, wie ich es auch tatsächlich war).

Tja, womit wir bei „Gegen die Zeit“ angekommen wären. Tatsächlich war dieses Lied nicht nur unser Beitrag für die DKMS, sondern es war irgendwo auch mein Abschiedsgeschenk an Steffi, und Steffis Abschiedsgeschenk an unsere Fans. Denn Steffi ist bereits seit einer ganzen Weile als feste Sängerin bei Botany Bay ausgestiegen. Wir wollten das erstmal nicht öffentlich machen, aber nachdem jetzt eh nix mehr voran geht scheint mir die Zeit dazu gekommen zu sein.

Langjährige Fans werden sich jetzt vielleicht an die letzte große Trennung im Jahre 2009 erinnern, damals war es Laura Dietrich, die ihren Abschied bei Botany Bay nahm, und die vorher sowas wie das stimmliche und wohl auch optische Aushängeschild von Botany Bay geworden war. Aber da muss ich gleich ganz energisch dazwischen grätschen, denn die beiden Trennungen haben so gut wie nichts miteinander zu tun.

Zum einen sind Steffi und ich weiterhin eng miteinander befreundet (ansonsten hätten wir kaum auf den letzten Metern und allen Umständen zum Trotz noch mal sowas wie ‚Gegen die Zeit‘ rausgehauen), und zum anderen möchte Steffi sehr gern als Gastsängerin auch weiter dabei sein. Nur sorgen Dinge in unserer beider Leben sowie musikalische und weltanschauliche Differenzen dafür, dass wir uns mehr gegenseitig bremsen als wir uns gut tun. Und Steffi möchte einfach mal sich selbst finden und entdecken und selbst Singer/Songwriter sein und weiter kommen als man es in meiner kaputten Band momentan tut, und das gönne ich ihr irgendwo von ganzem Herzen.

Und so sieht es jetzt aus: Felix ist mitten im heftigsten Elternstress, Marius hat (gottseidank) einen neuen Job der ihm allerdings sehr viel abverlangt, weswegen wir uns auch weiterhin kaum mal sehen, Steffi ist als festes Mitglied ausgestiegen und ich bin mehr oder weniger gerade alleinverantwortlich für Botany Bay.

Stephan

Im Klartext heisst das, ich hab hier ein zu 60-75% fertiges Album mit wirklich den allerwunderschönsten und eindringlichsten Songs, die man sich überhaupt nur vorstellen kann, und die die letzten zwei Jahre über alllesamt unter teilweise sehr heftigen Bedingungen (der Tod meines Vaters ist nur ein Beispiel dafür) entstanden sind. Und momentan sieht es so aus, als ob hauptsächlich ich allein für dieses Vermächtnis verantwortlich bin; und dafür, es fertig zu kriegen.

Und dazu habe ich gerade weder die Lust noch die Kraft, so leid es mir tut.

Ich weiß, das war alles schon mal anders.

Als wir 2004-2007 „Grounded“ aufnahmen, da war die Welt echt, wirklich und in ziemlich brutaler Weise gegen uns. Alles was schief gehen konnte, das ging auch schief. Wir wurden ausgelacht, ignoriert, unsere Instrumente wurden weggesperrt, wir wurden auf die Straße gesetzt, und niemandem (und damit meine ich: 0 Personen) ausser den unmittelbar Beteiligten (und das war lange Zeit nur ich) war das Projekt irgendwas wert. Und trotzdem hab ich’s durchgezogen, ich hab das Album fertig produziert, trotz allen die mich nicht unterstützt haben, trotz der Existenzängste die ich damals durchleiden musste, trotz allen Kollegen/Freunden/Lebensabschnittspartnern die’s nicht kapiert haben und die mir gesagt haben ich soll mein Leben nicht daran vergeuden… und ich bin irrsinnig stolz darauf.

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Und als sich 2009 dann Laura und ich in beiderseitigem Einverständnis endlich trennten, da waren einige (nicht viele, aber genug davon, dass es mich echt genervt hat) überzeugt davon, dass das jetzt das Ende ist. Dass es jetzt nicht mehr weiter geht, dass es ohne diese Stimme nicht weiter gehen könne. Ähem, schön, ja, hatte schon mal jemand mitgekriegt dass ich 90% der Songs allein geschrieben, produziert und arrangiert hatte? Nee, anscheinend nicht. Also musste ich mich mal wieder beweisen, und genau das habe ich auch getan (und, nein, unser allmählicher stilistische Wandel kam nicht davon, dass Laura nicht mehr mitschrieb; er kam davon, dass wir die Lust und die Möglichkeit hatten, das genau so zu tun; und auch Laura und ich hatten schon unsere triphoppigen und souligen Ausflüge gehabt…) Also kam Steffi dazu, und mit der Zeit allerlei andere neue Gesichter, und wir haben zusammen ein super geniales Botany Bay V2 hochgezogen, das sich vor Botany Bay V1 nicht im geringsten verstecken muss… Steffi und Felix und Marius und ich… und auch hier bin ich irrsinnig stolz darauf.

Und jetzt? Jetzt könnte ich anscheinend wieder mal der Menschheit und mir irgendwas beweisen, aber ich mag nicht und ich brauche auch nicht. Ich habe schon genug bewiesen. Ich habe der Welt viele, viele Stunden schöne Musik geschenkt, ich habe zwei verdammt schlimme Jahre hinter mir, habe meinen Vater, beinahe meine Mutter, meinen Job und zuletzt auch noch die Tia verloren… ich sehe nicht, warum und wie ich jetzt auf Teufel komm raus mehr oder weniger im Alleingang dieses Album fertig stellen soll. Ich bräuchte Hilfe dazu, und wenn ich die nicht kriege, gut, dann eben nicht.

Klar, es sind tolle Songs und es ist sehr, sehr schade um sie, und ich habe mir immer wieder vorgestellt wie wir im Frühjahr in einem Schiffchen auf dem Rhein eine große Premierenparty feiern und alles toll und wunderschön und genial wird… aber ich hab so viel hinter mir, dass ich gerade mal wirklich froh bin wenn ein paar Monate lang niemand stirbt und niemand krank wird und ich ein regelmäßiges Einkommen habe. Und die Enttäuschung, dass ich jetzt schon wieder allein alles regeln soll, die spielt natürlich auch eine große Rolle. Ich hab einfach keine Lust hier allein zu kämpfen, nur damit gekämpft ist, und mir am laufenden Band die Enttäuschung zu geben dass ich doch nur allein dastehe.

So ist es jetzt also. Es geht nicht weiter, so sehr ich es mir auch wünschen würde, und jedes Appellieren oder Hoffen meinerseits ist einfach nur frustrierend, weil es im Zweifelsfall weitere unzählige Wochen Stillstand zur Folge hat. Selbst diesen bescheuerten Artikel hier so abzusetzen dass er für alle vertretbar ist und mal eben die drei Songs fertig abzumischen war nicht möglich, ohne es erstmal zwei Wochen lang zu planen und dann doch nicht zu machen.

Deshalb: Botany Bay in der Besetzung Steffi/Marius/Felix/ich und dieses Album sind hiermit Geschichte.

Vielleicht wird sich daran irgendwann etwas ändern, vielleicht sind irgendwann auch die anderen wieder dabei… aber zu behaupten, wir kriegen dieses Album irgendwie noch fertig oder machen alle zusammen irgendwas anderes ganz tolles, das wäre falsch und würde niemandem etwas bringen, ausser uns (->mich) unter Stress zu setzen.

bbSebastian2

Aber als kleines Geschenk vor der Eiszeit möchte ich mit euch gerne drei der Lieder teilen, die tatsächlich fertig geworden sind. Eines davon, das erste, heisst „Sebastian“, und obwohl es eigentlich um etwas ganz anderes geht, und obwohl es geschrieben wurde, als wir noch eine durchaus funktionsfähige Band waren, beschreibt es irgendwie doch auch auf wundersame und prophetische Weise den Zustand, in den wir uns reinmanövriert haben.

Sebastian
You know it’s strange, people’s minds
Working miracles sometimes
They might give you wings
They might make you fly
And sometimes you notice
But most of the time
You don’t even try
Please tell me it ain’t so
Please tell me there’s a way
A way that you can see
And that you still believe
Please tell me you’ll wait
Where the river meets the sea
And that if I lose my way
That you’ll come back for me
Sometimes it’s hard
All by yourself
Cause you put your dreams
Back into the shelf
Can’t hear the voices
Although you try
And sometimes you catch them
But most of the time
They’re just passing by
Please tell me it ain’t so…

 

Ich habe mir die vergangenen Wochen sehr gewünscht dass wir abgeholt werden von diesem seltsamen Ort, an dem wir irgendwie verloren gingen. Aber irgendwie werde ich den Weg zurück wohl allein finden müssen.

Ich melde mich, wenn ich dort bin.

P.S.: Was mich persönlich betrifft, ich werde natürlich weiterhin Musik machen. Ich kann gar nicht ohne, deshalb frustriert mich dieser ganze Scheiß auch so ohne Ende. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das unter dem Namen Botany Bay laufen wird, oder ob ich ein neues Projekt gründen werde; es wird auf jeden Fall wieder was zu hören geben, wenn auch nicht unbedingt hier. Die Zeit wird es zeigen.

P.P.S.: „Sebastian“ hatte ursprünglich eine ganz andere Bedeutung. Es geht um keine reale Person die „Sebastian“ heisst… es geht vielmehr um eine Person die stellvertretend für viele Menschen ist, deren wilde Träume mit der Zeit auf der Strecke bleiben, weil das die einzige Möglichkeit ist, mit diesem verdammten Leben fertig zu werden und sich anzupassen… obwohl sie so schön, beneidenswert und einzigartig gewesen waren… und über die Hoffnung, dass niemals alles verloren ist.

24 Antworten auf „Die Wahrheit… und Sebastian“

  1. Da bleibt mir auch nur ein herzliches „Danke“ zu sagen für eure Musik und den sehr ausführlichen Text.
    Ich wünsch dir und euch für die weiteren Wege einen sicheren Tritt und festen Boden unter den Füßen und hoffe, dass sich eure Wege wieder kreuzen werden.

  2. Oh nein, was für eine Schande :-( :-( :-( :-(

    Nach allem was passiert ist hatte ich die ganze Zeit gehofft, dass ihr die Kurve kriegen würdet. Das jetzt zu lesen macht mich sehr traurig und sicher nicht nur mich. :-( Gibt es denn wirklich keine Möglichkeit, das Projekt doch noch zu retten? :-(

    Ich hoffe trotzdem bald wieder Musik von Dir zu hören.

    Liebe Grüsse und thank you for the music!!!

  3. Tut mir sehr leid, dass der Traum nicht wahr geworden ist. Doch freue ich mich, dass das Ende kein Streit und Drama war. Steffi und Du, ihr habt mich beide sehr bewegt, die Arrangements genau wie die Stimme, und ich bin froh, dass ihr Euch im Guten getrennt habt.

    Komm in ruhige Fahrwasser, und wenn Du Dich/ihr Euch wieder zurückmeldet, werden wir noch hier sein, vielleicht derweil etwas Karten spielen und Deinen Kühlschrank plündern. ;)

    Ich sehe mir Freude zurück und mit Spannung nach vorne, und bereue nur, es nicht geschafft zu haben, Euch live zu sehen.

    Bis bald und alles Gute

  4. Danke für die Jahre guter Musik.
    Lasst Dir/Euch die Ruhe und Zeit Grund unter die Füsse zu bekommen.
    Bis jetzt habt ihr alles gegeben und Gutes gebracht. Wenn es das war, ist es schade, aber Ihr geht mit Applaus. Und wenn noch was kommt… freu ich mich!

    Alle Liebe und Gute

    Christoph

  5. Meiner Meinung nach gab es ja schon Botany Bay V1, V2 und V3. Auch wenn es sehr schade um V3 ist – ich habe keinen Zweifel, dass es auch irgendwann Botany Bay V4 geben wird! Es kann ja kein Zufall sein, dass John Doyle hier seit zwei Tagen lamentiert: „My son, my son, where are you gone? You’re bound for Botany Bay.“

    Ich freue mich drauf, mir die Lieder irgendwann in Ruhe anzuhören!

  6. Das sind schlimme Nachrichten :( Und dann noch diese drei neuen Lieder die zum besten gehören das ihr je veröffentlicht habt… oh Mann, ein ganzes Album davon, ich darf gar nicht daran denken, so schade :(

    Ist da tatsächlich keine Chance dass die Beteiligten sich zusammenraufen und Dir helfen das Album fertig zu stellen?

    Liebe Grüße, M.

  7. Kann das alles sehr gut nachvollziehen. Es gibr diese Zeiten da muss man einfach loslassen. Aber wie immer läuft alles in Zyklen, und alles was man los lässt schafft Raum für neues. Ich finde das ist das grandiose an allem Elend das einem so wiederfahren kann. Wenn ich nur mehr Musiker wär, ich wär sofort dabei… auf die Stücke bin ich nämlich gespannt.

  8. Traurige Nachrichten. Aber ich kann Deine Position voll und ganz verstehen und auch nachvollziehen. Herzlichen Dank für die viele schöne Musik! Und wenn es irgendwie weitergeht – egal unter welchem Namen, wäre es schön, auch davon zu erfahren.
    Hab´ eine schöne Zeit. Komm´ zur Ruhe. Liebe Grüße aus der Pfalz!

  9. Danke für eure Musik!
    Zum Abschied (?) ein Rio-Zitat:
    „Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten“.
    Ich kann warten …

  10. @Geri: Vielen, vielen Dank :) Nachdem unsere Abschiedsmeldung auf den ’sozialen‘ Netzwerken dieser Welt mehr oder weniger ohne Echo verhallt ist es schön, hier, quasi zuhause, so viel Dank und Aufmunterung zu erfahren.
    Ich verspreche, es wird wieder etwas von mir zu hören geben!

  11. @Jürgen: Vielen Dank :) Ich habe zu danken für so tolle Fans, die über Jahre bei uns geblieben sind und uns die Treue gehalten habe, selbst wenn es ganz mies aussah. Klar wirst Du davon erfahren was ich als Nächstes mache, ich hoffe sehr wir bleiben in Kontakt, denn bessere Fans kann man sich gar nicht wünschen (auch wenn ich’s in all den Jahren nie geschafft habe, mal bei Dir in der Pfalz vorbei zu schauen… vielleicht klappt es ja jetzt endlich mal!!!)

  12. @Carsten: Auch Dir tausend Dank! Das Problem bei den Stücken ist, dass wir sie alle zusammen angefangen haben, weil ich ziemlich versessen darauf war, dass wir uns (erstmals) als richtige, homogene Band präsentieren… aber wenn man die Persönlichkeiten der Leute schon so in der Musik drin hat, dann kann man sie leider nicht einfach ‚irgendwie‘ fertig machen

    (etwas ausführlicher: was ich meine, das merkt man ganz gut an ‚Sebastian‘; stellen wir uns mal vor, es würden nur noch 16 Takte Bass, das erste Gitarrensolo und die Vocals im letzten Refrain fehlen: Klar könnte ich mir einen anderen Gitarristen, einen anderen Bassisten und eine andere Sängerin suchen, aber es würde hinten und vorne nicht stimmen. Steffis ganz eigene Art das Teil zu singen, Marius‘ ganz eigene meldoische Soli und Feilx‘ ganz eigener Akustikbass… da kann nicht einfach jemand anders übernehmen, der sich dann auch noch zu allem Unglück wie das ‚B-Team‘ fühlen würde, egal wie gut er ist…)

    Also gibt’s eigentlich nur zwei Möglichkeiten, alles mit neuen Leuten nochmal von vorne machen… oder neu anfangen. Ich hab mich für letzteres entschieden (wenn ich auch noch nicht genau weiß, wie… ;-)

  13. @MartinD: Auch Dir vielen Dank.

    Nee, zusammenraufen ist leider nicht.

    Ich wollte nicht, dass das in dem Posting so rüberkommt dass die anderen mich im Stich gelassen haben und ich jetzt bitter enttäuscht bin. Na ja, irgendwo ist es tatsächlich so, aber alle hatten sehr gute und valide Gründe, sich aus dem Projekt rauszuziehen, und jetzt bin ich eben an einer Stelle angelangt, wo es sinnvoller ist, neu anzufangen, als nochmal Ewigkeiten lang zu versuchen, irgendwas zu retten.

    Es freut mich dass Dir die Songs gefallen; ja, sie waren etwas ganz besonderes, es wäre ein ganz besonderes Album geworden. Aber was soll’s, die Geschichte der Popmusik ist voll von solchen Alben, manche sind sogar richtiggehend berühmt, obwohl es sie nie gegeben hat.

    Liebe Grüße,
    Stephan

  14. @Bettina: Dir auch vielen Dank! Ja stimmt, wenn man Katrin und „Tales Of The Bitter Seed“ dazu zählt, dann könnte man das als Botany Bay V1 bezeichnen. Wobei zwischen V1 und V2 musikalisch kein sooo großer Unterschied bestand wie zwischen V2 und V3….

    Wie schon gesagt, ich mache auf jeden Fall weiter.

    Ob ich das Ganze nochmal „Botany Bay“ nennen werde, das weiss ich noch nicht. Es gibt viel was dafür spricht, und viel was dagegen spricht. Mal schauen…

  15. @Christoph: Ich habe zu danken :))
    Wie gesagt, ich werde auf jeden Fall weiter machen. Du hast mich sicher nicht zum letzten Mal gehört :) Ich kann aber beinahe garantieren, dass alles ganz anders werden wird… ;-)

  16. @Daniel: Auch Dir vielen tausend Dank. Es war eine tolle Zeit, und es ist toll, dass Du dabei gewesen und unsere Entwicklung mitbekommen hast.

    In ruhiges Fahrwasser kommen ist ein prima Gedanke. Gerade schau ich auf den Fluss runter, der vor unserem Haus vorbeifließt und der schon Inspiration für viele, viele Textzeilen (so auch in ‚Sebastian‘) war, und irgendwie merke ich, dass da auf jeden Fall wieder etwas aus mir heraus möchte. Mit einer Zeile die mit einem Fluss zu tun hat. Das wird schon. Lasst mir ein bisschen von dem Holunderblütensirup im Kühlschrank, dann geht das OK mit dem Kartenspielen! Wir werden voneinander hören! :)

  17. @TiMo: Vielen Dank auch Dir :)

    Ach ja, retten, weiss nicht, wie in den anderen Kommentaren schon gesagt, es ist kaum machbar… klar, wenn jetzt auf wundersame Weise plötzlich die ganze Band hier auf K-Burg auftauchen würde, jeder Zeit hätte und 100% geben würde, so wie vor zweieinhalb Jahren bevor der ganze Dreck los ging… dann wäre ich der letzte, der sich dagegen wehrt.

    Aber dazu sind einfach weder die Möglichkeiten noch das Interesse da. Wie schon gesagt, die anderen haben größtenteils sehr gute Gründe dafür dass sie nicht mehr mitziehen, und mit meiner eigenen Fähigkeit, Wunder zu vollbringen, sieht’s auch nicht so rosig aus… aber so ist das Leben.

    Und auch für Dich noch mal explizit: Es wird von mir wieder was zu hören geben. :) Und es würde mich freuen wenn Du dann noch da wärst :)

  18. @dot_dee: Vielen, vielen Dank! :) Und nochmal extra Danke, dass Du den ersten Kommentar unter dieses Posting abgesetzt hast. So ein paar Minuten lang, das muss ich zugeben, hatte ich tatsächlich diesen „so, und jetzt isses vorbei und nicht mal das kümmert jemanden“-Moment. Aber so ist es nicht, und das macht mich sehr froh; dass es Leute wie Dich gibt, die uns zugehört haben. Ich verspreche auch Dir, ich werde wieder etwas zum Zuhören liefern. Hoffentlich schon bald.

  19. Ich weiß gar nicht, was ich da schreiben soll. Schade, dass es so ist. Und auf jeden Fall: Danke für die Musik!

    Es ist gar nicht so einfach, so ein Projekt über lange Zeit aufrecht zu halten, vor allem wenn man eben nicht davon lebt (oder leben kann) und alles, was eigentlich so wichtig ist, so nebenher laufen muss. Immer, wenn man was mit Herzblut macht, besteht die Gefahr, dass das Herz bluten muss. Aber wenn man nie was mit Herzblut macht, lebt man dann überhaupt noch?

    Bei einem neuen (weiteren) Bandprojekt haben die Gründungsmitglieder von vornherein versucht, Leute zu finden, bei denen man auf ein längerfristiges Engagement hoffen kann. Das ist auch keine Garantie, und ich will anderen damit auch nichts vorwerfen, das Leben ist oft nicht fair und nimmt Wendungen. Aber ich kenne es zu gut, wenn man seine Kraft und Leidenschaft in etwas reinsteckt und dann zerbricht es… und dann all die graugedanklichen Gestalten, die dir klarmachen: „Dich hat niemand gezwungen, Musiker zu werden.“

    Aber dann, wenn es wieder zieht, und wieder geil ist, womöglich vor begeistertem Publikum, dann sind wieder alle Fragen vergessen. Und vielleicht geht es genau darum.

    (Dafür dass ich nicht weiß, was ich schreiben soll, schreib ich eine Menge.)

  20. Sehr schade wie alles verlaufen ist Stephan, aber wenigstens seid ihr nicht
    im Streit auseinander gegangen, dass ist das Wichtigste, vorallem Freunde zu bleiben.

    Ansonsten, danke für die schöne, abwechslungsreiche Music, auch wenn man Fall ja Metal ist & bleiben wird immer, dennoch gibt es sehr viele interessante Dinge, wenn man über den Tellerrand schaut, was ich immer tue. ;)

    ich hatte etliche Monate hier nicht mehr reingeschaut, da die blog URL vergessen,
    und kaum ist man mal wieder da…hat sich eine Welt verändert…

    Zum Glück hast Du ja immer noch dein Hobby fotografieren, genau wie ich,
    Stephan…ich denke mir ohne meine Hobbies wäre ich auch schon lange weg
    von dieser Welt…denn was bleibt einem ansonsten noch, außer den Dingen,
    die man liebt, voll dahinter zu stehen?

    Nachdenkliche Grüße,
    Marc

  21. Ich lese es auch endlich. Es ist wie so oft: Ich hörte Musik, ganz andere (?) Musik… Loreena McKennitt. Schööööne Musik, die mich an BB erinnerte. Und ich musste wieder an die Zeit denken, in der ich mich „entliebt“ habe und nonstop Botany-Bay-Musik dazu hörte.
    Beim Blick hier herein war ich
    1. erfreut, denn das gleiche Theme habe ich auch für meinen Blog
    2. entsetzt, dass es BB nicht mehr geben soll! So schade! Ich liebe Eure Musik nach wie vor sehr und werde sie immer hören mögen! Danke für das „Betthupferl“. Stephan, wenn Du weiter so schöne Musik machst, mit wem auch immer, dann werde ich auch immer Fan bleiben!

    Mach’s mal GANZ gut! Alles Gute Dir! (Und dem Rest natürlich auch…)

  22. Ich wollte Dir/Euch nur noch kurz Butter aufs Brot schmieren: Red Earth / Addiction find ich echt geil. Und wie’s dann am Ende nach oben geht bis in den bodenständigen Bombast hinein. Gefällt mir echt gut.

  23. @Toc4: Vielen Tausend Dank :) „Sebastian“, „Addiction / Red Earth“ und „A Question“ ist alles zusammen so ungefähr eine Ahnung davon, wie das nächste Album geklungen hätte, wäre es jemals fertig geworden. Das wäre die grobe Richtung gewesen. Hach ja, hätte, hätte, etc…. ;-)

    P.S.: Suchst Du noch Gastmusiker? Ein bisschen Kapazitäten hab ich tatsächlich noch frei, vielleicht machen wir irgendwann ja mal was zusammen ;-)

  24. @Stephan: Also für das aktuelle Solo-Manöver bin ich erst Mal bedient. Es wird mal wieder nicht so lang, wie ich mir das ursprünglich vorgestellt hatte… aber irgendwann müssen Dinge auch abgehakt werden. Arbeiten muss man doch auch noch ab und zu und gerade mische ich noch die Live-Aufnahmen für ein Video mit einer meiner Bands und dann steht ein Sommer-Marathon an Gigs mit der Coverkapelle an…

    … aber so ganz generell bin ich natürlich überhaupt nicht abgeneigt, ganz im Gegenteil. Das wäre bestimmt spannend.

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