I Won’t

Neulich gab es auf der K-Burg ein Wiedersehen der besonderen Art. Nämlich stand eines Abends Steffi vor der Tür, ihres Zeichens von 2010-2013 Sängerin von Botany Bay.

Die Ereignisse das Abends und des nächsten Morgens waren so unvorhergesehen, dass ich glatt vergessen habe, darüber zu bloggen. Was ich hiermit nachhole.

Also die zwei wichtigsten Dinge daraus schonmal zusammengefasst:

1. Ja, wir können immer noch super zusammen Songs schreiben, und
2. Nein, es wird keine Botany Bay Reunion geben

Als Steffi Botany Bay vor zwei Jahren zum Zwecke der Selbstverwirklichung verließ, da hatte ich ja ursprünglich den Plan gefasst, mit dem Rest der Band + Gastsängerinnen weiter zu machen… bis sich in einem für mich relativ unangenehmen Erkenntnisprozess herausstellte, dass der Rest der „Band“ in Wahrheit auch schon längst nicht mehr dabei war und ich mit einem halb fertigen Album mutterseelenallein dastand.

Ich war nicht begeistert (und bin es auch heute noch nicht).

Dennoch ist es so, dass Steffi und ich uns nicht im Streit getrennt haben. Es ging für sie einfach nicht mehr weiter mit Botany Bay… und inzwischen wissen wir, dass es für mich auch nicht mehr weiter ging.

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Seit damals haben unsere Leben sehr unterschiedliche und weit voneinander entfernte Pfade genommen.

Ich habe oben erwähnten Erkenntnisprozess hinter mir… und die Erfahrung, mit einem so gut wie nicht mehr vorhandenen Publikum wieder ganz von vorne anzufangen.

Bei Steffi lief auch beileibe nicht alles so, wie sie sich das vorgestellt hatte… Details haben hier nichts zu suchen, aber die Aussage, dass wir alle unser Päckchen zu tragen haben, könnte sich nicht mehr bewahrheiten.

Bei ein paar (ok, ziemlich vielen) Gläsern Rotwein und spontan zusammenimprovisierten Spaghetti con Anchovis brachten wir einander wieder auf den neuesten Stand… es gab viel zu erzählen, und schnell wurde uns klar, in zwei Jahren kann sich ganz erstaunlich viel ändern.

Und was uns auch wieder klar wurde: Wir konnten schon immer unsere Gefühle und Erlebnisse zusammen in einen Topf werfen, einmal kräftig umrühren und Musik daraus machen.

Wir hatten nun wirklich nicht geplant, an diesem Abend einen Song aufzunehmen, aber es ergab sich einfach so. Steffis Geschichte, meine Geschichte, und eine Art Empathie zwischen zwei Songschreibern, die alles andere als selbstverständlich ist.

Das Ergebnis heißt „I Won’t“… und wäre es mit Botany Bay weiter gegangen, so würde unser 2015er-Album wohl (unter anderem) so klingen:

Wir haben uns mehr als einmal angeschaut und es nicht nur gedacht sondern auch ausgesprochen: Wenn nicht alles so wäre, wie es ist… dann sollte man mehr davon machen… eine ganze Platte am besten. Und dann ein bisschen durch die Clubs tingeln. Aber die Pfade die wir gegangen sind, die lassen so etwas einfach nicht mehr zu.

Trotzdem ist es schön, zu wissen, dass wir es noch können, und dass uns die Musik auch weiterhin verbindet. In diesem Sinne: Vielen Dank, Steffi, und ich freue mich auf das nächste Mal… wann auch immer das sein wird.

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Nachtrag:

Steffi war gerade so nett, mir die Lyrics zu schicken. Hier sind sie:

I searched for love
I searched where I belong
I found enough
I found that I was wrong
But I won’t give up

Lived in heaven
And survived hell indeed
Waited seconds
and ran too far too deep
Flew high above
Before I crashed the wall
But in the end
Recovered from it all
And I won’t give up
That’s why I won’t give up

But life goes on
This one thing is for sure
Moments are now
That’s what I’m living for
And I won’t give up
No I won’t give up
No

 

 

6 Antworten auf „I Won’t“

  1. Eure Musik hat einen Stammplatz auf meinem Mp3-Player. Schön was neues zu hören, wenn es auch nur eine Kurz-Reunion war / ist… – Vielleicht kreuzen sich eure weit entfernten Pfade ja mal wieder :)

  2. Soviel Tiefe und Emotion in der Stimme, und ein Arrangement, das nicht um Aufmerksamkeit neben der Stimme kämpft, sondern sie begleitet und unterstützt und hervorhebt.

    Nenn es Botany Bay, nenn es wie Du willst, aber das ist es, was ich so liebe und so sehr vermisse.

  3. Ganz wunderschön. Der Song macht mich umso mehr traurig dass es mit diesem Lineup nicht weiter ging. Wer weiß wenn ihr nur engagiertere Bandmitglieder gehabt hättet, welches Album wir heute hören dürften.
    Ich wünsche euch das beste für die Zukunft…

  4. Wie schön liebe Steffi! Danke für diesen wunderschönen Song.
    Ihr wart eine tolle Band, alles gute für die Zukunft
    Gerri

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