Collaborations don’t work

…so lautet der Titel eines sehr erbaulichen Songs aus der Feder von Franz Ferdinand und den Sparks.

Was, augenzwinker, natürlich selbst eine ‚collaboration‘ darstellt, und zwar eine von zwei Bands, von denen jede für sich schon auf ihre Art und Weise äußerst genial ist. Zusammen aber sind Franz Ferdinand & Sparks zumindest nach meinem Dafürhalten ein absolutes Traumpaar.

Hier gibt’s einen Mitschnitt von ebendiesem Song…

…und allein die Tatsache, dass ausgerechnet dieser Clip nur um die 2000 Views und einen blöden Kommentar hat, versöhnt schon ganz gewaltig mit der Welt und zeigt, dass man auf Feedback aus dem Internet nix geben sollte, egal ob man nun Franz Ferdinand oder Sparks oder Botany Bay heisst.

Aber ich schweife ab, eigentlich wollte ich auf etwas ganz anderes hinaus. Es ist nämlich so: Dieser Song geht mir schon seit ein paar Tagen im Kopf rum, weil sich die Zusammenarbeit mit potentiellen Gastmusikern bei Botany Bay teilweise schwierig gestaltet.

Bevor das jetzt in die falsche Richtung geht: Alle momentan Beteiligten sind natürlich nicht gemeint! Wir haben ganz großartige Mitstreiter, geniale Musiker und gleichzeitig super tolle menschliche Wesen, die gerade dafür sorgen, dass dieses neue Album so klingen und aussehen wird wie nichts, was vorher da gewesen ist, und dass ich die recording sessions meines Lebens habe. Ich kann gar nicht sagen, wie froh mich das macht, wie viel Kraft mir das gibt, und wie ich es kaum erwarten kann, unser Werk und die beteiligten Künstler der Welt vorzustellen.

Gleichzeitig aber gehen mit bestimmten (so weit und wohl auch weiterhin unbeteiligtem) Menschen gewisse Dinge einfach immer wieder schief – so, wie sie das schon immer taten.  Und ich stelle fest, dies ist für mich in 2017 wesentlich schwieriger, als es das beispielsweise 2008 noch war. Oder, kurz gesagt, es ist heute wesentlich einfacher, auf die offizielle Botany Bay Shitlist zu gelangen. Die Liste, auf der Menschen stehen, auf die ich… nun ja. Die Idee sollte klar sein.

Und weil man auf diese Liste wirklich nicht kommen möchte, und weil ein Teil von mir in einem anderen Leben sehr analytisch und logisch und sowieso ein totaler Nerd ist (der total auf graphviz und .dot-Files steht), habe ich, für alle zukünftigen Anwärter auf Gastauftritte bei Botany Bay, eine kleine Grafik erstellt, die anhand von Beispielen erklärt, wie das mit der Shitlist genau funktioniert, ausgehend von einem hypothetischen Gast-Bassisten.

Und zwar funktioniert es folgendermaßen (klick macht gross):

 

Sowohl zusammenfassend als auch ergänzend dazu kann man sagen: Es macht mir nichts aus, wenn jemand nicht mitmachen möchte, aus welchen Gründen auch immer. Wer nicht mitmacht, der ist halt nicht dabei. Alles prima. 

Es macht mir auch nichts aus, wenn jemand mit der Musik nichts anfangen kann. Solche Leute wird es eine Menge geben. Auch ehemalige Fans, da bin ich sicher. Weil wir einfach was sehr eigenes machen, wozu nicht jeder einen Zugang finden wird. Das kann ich gut verstehen.

Das Problem ist nur, wenn ich anfangen muss, nachzufragen. Einmal, nochmal und dann nochmal. Wenn ich was herausgebe, was mir sehr wertvoll ist, und keinerlei Feedback dafür bekomme. Mir Ausreden anhören muss. Perlen vor die Säue werfe. Den Menschen eine – nach meinem Dafürhalten – großartige und einzigartige Chance gebe und mir als Dank dafür irgendwelche Geschichten vom Pferd anhören muss. Oder mich gar in der Rolle des Bittstellers wieder finde. Das ist so richtig Gift.

Niemand gibt gerne zu, dass er bei irgendwas einen Schaden davongetragen hat, aber so ist es nun mal leider. Dieses Projekt war jahrelang im Koma. Kaputt. Kaputt gemacht durch Desinteresse, und zwar nicht Desinteresse von Hörern und Fans, sondern vom Desinteresse der unmittelbar beteiligten Personen. Und ich bin da sehr empfindlich geworden. Ich kann’s nicht ändern.

Deshalb… an alle, die etwas beitragen wollen: Ein ehrliches „sorry, ich kann und/oder will nicht“ ist mir tausendmal lieber als Ausflüchte und Ausreden. Niemand muss hier partizipieren… selbst wenn gar niemand mitmachen würde… ich würde das allein durchziehen. Aber zum Glück machen jede Menge Menschen mit.

Wer dazu gehören möchte und etwas beitragen kann, wird mit offenen Armen empfangen. Wer es nicht will oder kann: Auch nicht schlimm.

Aber alles oben aus der Grafik: Bitte nicht. Vielen Dank.

Luxus

Mit einer einzigen Ausnahme arbeiten wir an vollständig neuem Material. Nichts schon mal dagewesenes, nichts aufgewärmtes. 

Diese einzige Ausnahme ist „Visionary Man“. Ja, richtig, jener Song, mit dem vor drei Jahren alles endete, war das allererste, was wir in einer für mich äußerst heilsamen jetzt-erst-recht-Aktion an einem schönen, regnerischen Tag im März anpackten.

Der Song war, von den Begleitumständen abgesehen, schon 2014 gut und richtig – egal ob Diasp*ra ihn mochte oder nicht. Inzwischen, nach knapp anderthalb Wochen Arbeit, ist er aber nochmal wesentlich besser, umarrangiert, mit neuen Steffi-Ideen, neuem Schlagzeug, neuem Gesang, neuer Coda und einem schönen Saxophonsolo in derselben. 

Und nun das Witzige: Gestern ist uns dann aufgefallen, dass er überhaupt nicht zum Rest der Platte passt und deshalb nicht darauf vertreten sein wird.

Hach ja. Irgendwie ist das Luxus ;-)

 

Botany Bay – restarted

Ok, Blog.

Wie zum Teufel schreibe ich das jetzt?

Puh, vielleicht schreibe ich einfach, was gerade los ist.

Was gerade los ist, das ist nämlich dieses:

Es gibt uns wieder.

Steffi und ich (plus etliche neue Gastmusiker) machen jetzt schon seit einiger Zeit wieder zusammen Musik, aus welcher zu gegebener Zeit ein neues Album werden wird… und wir könnten nur schwerlich noch glücklicher damit sein.

Die Wahrheit ist: Ich wollte das hier überhaupt nicht schreiben, denn ich habe in den letzten Jahren feststellen müssen, dass Feedback aus dem Internet (bzw. dessen Ausbleiben) sehr schnell eine Macht über mich entwickeln kann, welche sich enorm schädlich auf meine Kreativität und Motivation auswirkt.

Auf der anderen Seite jedoch gibt es einige wenige ganz besondere Menschen, die Botany Bay über Jahre hinweg die Treue gehalten und unseren musikalischen Werdegang unbeirrt von allen Katastrophen weiter verfolgt haben. Die hingehört haben. Die dabei blieben. Für die wir nicht irre erfolgreich und gut drauf sein mussten um hörenswert zu bleiben. Es mögen nur noch um die zehn sein, aber sie haben es umso mehr verdient, zu erfahren, dass es weiter geht.

Und so ist es nun. Es geht weiter, und ich bin froh darüber. Und Steffi auch. Viel mehr kann und will ich an dieser Stelle noch nicht verraten.

P.S.: Danke an Frau K., ihres Zeichens unsere Haus- und Hoffotografin, die gestern so lieb war, uns bei einer unserer Sessions abzulichten. Und großen Dank an Andrei B., der uns gestern auf der elektrischen Klampfe unterstützt hat.

Wie es klingt…

…wenn Stephan eine Melodie ausgräbt, die er vor 15 Jahren einmal geträumt hat, und Steffi dazu einen Text singt, den sie vor 15 Jahren geschrieben hat…

…das, und vieles mehr, erfahren Sie demnächst auf diesen Frequenzen :)

Bis dahin ein paar Bilder, welche die Stimmung unserer Dornum-Sessions ziemlich gut wiedergeben. Man könnte die ganze Angelegenheit mit „es war genial“ und „es hätte ruhig viel länger gehen können“ zusammenfassen… ;-)

Stay here, stay with me…

Weia…!

Jaja, ich weiß, Blogpause undsoweiter undsofort. Ich kann trotzdem nicht anders als hier kurz was reinzuschreiben, ist quasi eine liebgewonnene Gewohnheit von mir.

Diese Woche haben wir einen unserer wenigen Gastmusiker für das neue Album aufgenommen. Tatsächlich sind es trotzdem ziemlich viele Gastmusiker, nämlich ein ganzer Chor… genauer gesagt der Chor von Kornelimünster, kurz Chornelimünster.

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Stephan checkt den Sound,
Laura und ihr Chor beäugen das Geschehen mißtrauisch…
(Man beachte die Botany-Bay-Schatten an der Wand!)

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Eine kurze bandinterne Lagebesprechung…

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Bass, wir brauchen Bass!
Aber zunächst muss der Tenor ran, den brauchen wir mindestens genau so.

Puh. Am Dienstag wurde mir ja schon klar, daß einen Chor aufzunehmen eine äußerst interessante und ungewöhnliche Erfahrung ist.

Aber jetzt, wo ich im Meisengarten sitze und das Ding abmische… that’s rocket science!!!

Die ganzen Stimmen dazu zu kriegen, dass man sie zusammen mit unseren Instrumenten auch noch hören kann… Voodoo…

Auch wenn’s noch ne Weile dauert und viel vor uns liegt, so kann ich eines schon mal sagen:
Ich werd auf dieses Album auf keinen Fall weniger stolz sein, als ich es auf „Grounded“ immer noch bin.

Und falls dies irgendjemand vom Chor mitliest: Ihr wart ganz ganz große Klasse!
Und vielen Dank an Andreas fürs Fotofieren und Filmen.

Zurück zum Mischer…